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Bausparen: Sicherheit oder teure Wette?

Erkenntnisse & Transkript

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Wann schafft der Bausparvertrag Sicherheit – und wann wird er teuer?

Viele Bausparangebote wirken auf den ersten Blick einfach: heute sparen, später günstiger finanzieren. In der Praxis hängt der Nutzen aber an mehreren Bedingungen: Ansparphase, Zuteilungsreife, Bewertungszahl, Vorausdarlehen, Abschlusskosten und späterer Rückzahlungsrate.

Gerade für Eigennutzer kann der Effekt anders ausfallen als erwartet. Wer die Zinskosten nicht steuerlich geltend machen kann, muss besonders genau prüfen, ob die erkaufte Sicherheit tatsächlich einen Mehrwert gegenüber einem gut strukturierten Annuitätendarlehen bietet.

Die Folge hilft dabei, Bausparen als Finanzierungsbaustein einzuordnen: nicht als reflexhafte Empfehlung, sondern als Konstruktion, die nur in bestimmten Fällen sauber aufgeht.

Wir erklären:

  • Mechanik des Bausparvertrags: Wie Bausparsumme, Ansparphase, Darlehensphase und Zuteilungsreife zusammenhängen.
  • Vorausdarlehen und Kostenlogik: Warum die Zwischenphase vor der Zuteilung teuer werden kann und weshalb die Darlehensschuld zunächst nicht sinkt.
  • Sinnvolle Einsatzfälle: Wann Bausparen für Kapitalanleger, sehr sicherheitsorientierte Käufer oder Teilabsicherungen eine Rolle spielen kann.
  • Alternativen zur Zinssicherung: Wie ein Annuitätendarlehen Restschuld und Anschlussrisiko oft transparenter steuerbar macht.

Die zentralen Erkenntnisse

  • Der beworbene Zins ist nicht sofort verfügbar: Der günstige Darlehenszins greift erst nach Ansparung und Zuteilung. Bis dahin können Kosten und Zwischenfinanzierung die Rechnung deutlich verändern.
  • Planbarkeit ist nicht automatisch garantiert: Der konkrete Zuteilungszeitpunkt ist nicht fest zugesichert. Genau dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Sicherheitsversprechen und tatsächlicher Finanzierungsplanung.
  • Für Eigennutzer ist Bausparen häufig teuer erkaufte Sicherheit: Abschlussgebühren, niedrige Guthabenzinsen und mögliche Vorausdarlehen müssen gegen den späteren Darlehenszins gerechnet werden.
  • Es gibt sinnvolle Nischen: Kapitalanleger, sehr sicherheitsorientierte Käufer oder Modernisierungsfälle können profitieren, wenn die Struktur sauber zum Finanzierungsziel passt.
  • Ein Annuitätendarlehen bleibt oft die klarere Basis: Für viele Eigennutzer ist entscheidend, die Restschuld und die mögliche Rate nach Zinsbindung realistisch zu simulieren, statt zusätzliche Komplexität einzubauen.

Das folgende Transkript wurde zur besseren Verständlichkeit redaktionell gekürzt und bearbeitet.

Bausparen: Versprechen, Mechanik und Vorausdarlehen

Marco: Wir hatten es ja schon angerissen: Bausparen wird gerade wieder massiv beworben. Ich dachte es am Wochenende, als ich Bundesliga geschaut habe und die LBS in der Halbzeitpause reingeschossen ist. Dasselbe im LinkedIn-Feed. Kannst du uns erklären, warum das Thema gerade wieder so relevant ist und wie der Bausparer grundsätzlich funktioniert?

Elisabeth: Sehr gerne. Die Bausparkassen versprechen ein Stück weit einen Zinssatz, den sie ins Schaufenster stellen und der in der Regel um einiges günstiger ist als der aktuelle Marktzins. Das Problem ist nur: Man bekommt diesen Zinssatz nicht sofort für ein Darlehen, sondern muss gewisse Voraussetzungen erfüllen. Ein Bausparvertrag hat eine Bausparsumme. Das ist ein Betrag, den man festlegen kann. Er liegt zwischen 5.000 Euro und nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Das teilt sich dann in zwei Phasen auf: die Ansparphase und die Darlehensphase. In der Regel müssen ungefähr 40 bis 50 Prozent angespart sein, damit man das Darlehen aus einem Bausparvertrag in Anspruch nehmen kann. Dann wird der Bausparvertrag zuteilungsreif. Erst dann kann man dieses Darlehen mit dem günstigen Zinssatz, den man in der Werbung gezeigt bekommt, wirklich in Anspruch nehmen. Und das ist momentan deshalb so attraktiv, weil die geopolitische Situation nach wie vor sehr instabil ist. Man spekuliert vielleicht auf steigende Zinsen, und mit diesem Sicherheitsgefühl lässt sich das natürlich gut absichern. Genau. Und wenn man einen attraktiven Zinssatz in zehn oder 15 Jahren versprochen bekommt, muss die Bausparkasse irgendwo Geld verdienen. Der Guthabenzins liegt bei den meisten Verträgen bei sage und schreibe 0,01 Prozent, solange dieser Vertrag bespart wird. Das heißt: Mit Inflation eingerechnet verbrennt man erst einmal Geld. Das ist auch der Punkt, den eine Bausparkasse nutzen kann. Das sind ja keine Samariter. Sie geben Darlehen zu günstigeren Konditionen heraus, weil sie vorher jahrelang mit kostenfreiem Geld arbeiten konnten, dieses Geld anlegen konnten und daraus die Rendite gezogen haben, die dann den Gewinn ausmacht. Neben den ganzen Abschlussgebühren, zu denen wir später beim Kostenkonstrukt kommen. Man muss sich also immer im Klaren sein: Man gibt der Bausparkasse erst einmal kostenfrei sein Geld, um irgendwann den Darlehenszins zu bekommen. Jetzt ist es natürlich auch so: Ich habe mir sagen lassen, jeder gute Schwabe hat mindestens einen Bausparvertrag. Kein guter Schwabe bin ich. Man geht hin und sagt: Ich mache jetzt einen 500.000-Euro-Bausparvertrag, bekomme dann den guten Zinssatz für die 500.000 Euro und habe mir den schon gesichert. Das Problem ist nur: Wenn zwei Jahre später vielleicht fünf Prozent in dem Vertrag angespart sind und die Immobilie gefunden ist, möchte der Verkäufer sofort sein Geld haben. Um diesen Zinssatz in der Zukunft in Anspruch nehmen zu können, muss man mit einem Bankpartner den Kaufpreis vorfinanzieren. Sagen wir, das wird niemals vorkommen, aber in der idealen Welt liegt der Kaufpreis genau bei 500.000 Euro und die Nebenkosten würden wir aus Eigenkapital stemmen. Dann müsste die Bank diese 500.000 Euro vorfinanzieren, bis dieser Vertrag zu 40 Prozent bespart und zuteilungsreif ist. Sagen wir, das dauert zehn Jahre. Der Verkäufer will ja sofort sein Geld haben. Ab dem Zeitpunkt, zu dem wir die Immobilie gefunden haben, würden wir einen Zinssatz zahlen. Und weil unser Sparbeitrag in den Bausparvertrag läuft, haben wir bei dem Darlehen kein ganz normales Annuitätendarlehen, wie die meisten es kennenlernen werden, sondern ein tilgungsausgesetztes Darlehen. Der Zinssatz wird gezahlt und die Tilgung, also die Rückzahlung des Darlehens, ist der Sparbeitrag, den man in den Bausparvertrag einbringt. In dieser Phase bekommt man für seinen Sparbeitrag fast 0 Prozent und zahlt einen relativ teuren Zinssatz. Wenn wir sagen, das wäre eine 100-Prozent-Finanzierung, liegt der Zinssatz aktuell bei ungefähr 4,4 Prozent für dieses Vorausdarlehen an die Bank. Dadurch, dass das Darlehen nicht geringer wird, weil wir gerade unseren Bausparvertrag besparen, damit die Bausparkasse kostenfrei mit unserem Geld arbeiten kann, ist das, solange das Vorausdarlehen läuft und die Zuteilung noch nicht erfolgt ist, erst einmal eine sehr teure Konstellation.

„Man gibt der Bausparkasse erst einmal kostenfrei sein Geld, um irgendwann den Darlehenszins zu bekommen.“

Marco: Zahle ich dann de facto doppelt?

Elisabeth: Du zahlst nicht doppelt, aber du hast eine Zinszahlung, die sich nicht verringert, und einen Sparbeitrag, der nicht verzinst wird. Es ist also nicht ausgeglichen. Dann ist die Frage, wie lange diese Phase dauert, bis du zur Zuteilung kommst. Ab der Zuteilung hast du dann ein Stück weit den besseren Zinssatz. Das gebe ich zu. Nur: Auch das ist ein Punkt, bei dem die Verbraucherzentralen ziemlich groß sind. Dazu gibt es sehr viel im Internet zu lesen. Der Zuteilungszeitpunkt ist nicht versprochen. Du kannst also nicht sagen: Ich habe jetzt einen Bausparvertrag und in genau zehn Jahren, wenn ich den Sparbeitrag so setze, dass ich bei meinen 40 Prozent bin, kann ich diese Zuteilung erwarten und lege mein Darlehen auf genau diesen Zeitraum aus. Die Bausparkasse arbeitet mit einer sogenannten Bewertungszahl, um zu verhindern, dass aus Versehen in einem Jahr 80 Prozent der Bausparverträge fällig werden und sie dann zu viele Darlehen zu günstigen Zinssätzen auszahlen muss. Jedes Jahr wird neu entschieden: Wie viel Bewertungszahl habe ich? Ich muss eine gewisse Bewertungszahl erreicht haben, um an dieses Darlehen zu kommen und die Zuteilung zu bekommen. Das heißt: Die Bausparkasse entscheidet selbst nach nicht transparenten Gesichtspunkten, wann ich mein Darlehen in Anspruch nehmen kann. Das ist wieder die Unsicherheit für diejenigen, die eigentlich Sicherheit haben wollen: Ich sichere mir einen Zinssatz und habe super Planbarkeit. Diese Planbarkeit ist aber nicht vertraglich zugesichert. Wenn alles gut läuft, super. Wenn nicht, müssen wir für den Übergang eine Lösung finden.

„Diese Planbarkeit ist aber nicht vertraglich zugesichert.“

Marco: Ja, also ein Widerspruch in sich. In dem Szenario, dass ich eine Immobilie finde und finanzieren muss, bevor ich zuteilungsreif bin, muss ich den Zinssatz, den ich mir durch den Bausparer eigentlich sichern wollte, mit einem hochverzinsten Darlehen erkaufen.

Elisabeth: Ja, exakt.

Marco: Das macht ja gar keinen Sinn.

Elisabeth: Es gibt Konstellationen, in denen das Sinn macht.

Marco: Welche wären das denn? Lass uns da direkt einmal einsteigen.

Wann Bausparen Sinn machen kann

Elisabeth: Also für den Kapitalanleger kann das Sinn machen, weil er diese Zinslast gar nicht geringer haben möchte, weil er sie steuerlich geltend machen kann. Wobei ich sagen würde: Wenn ich tilgungsausgesetzt gehe, also meine Tilgung in ein anderes Produkt als das Darlehen schiebe, würde ich eher in einen ETF oder in einen Vorsparplan gehen. Da hat man wenigstens noch eine Rendite dagegen laufen. Bei einem Bausparvertrag hat man über die Jahre, wie gesagt, absolut nichts. Bei einem Kapitalanleger, der zur Vermietung kauft, kann ich das noch verstehen, wenn wirklich ein gewisses Sicherheitsbedürfnis besteht. Solange Rate und Miete ungefähr gleich laufen, sind die gleichbleibenden Zinszahlungen steuerlich sogar ein Stück weit günstig. Aber für einen Eigennutzer, der die Zinskosten nicht steuerlich geltend machen kann, ist das ein teuer erkaufter günstiger Zins oder eine teuer erkaufte Sicherheit, die, wenn man das Kleingedruckte liest, auch nicht so sicher ist. Da muss man wirklich einen Bankpartner haben, der keine starre Zinsbindung von zehn Jahren sagt. Ich habe coole Konstrukte gesehen, bei denen der Bankpartner wenigstens in diesem teuren Konstrukt sagt: Wir setzen die Zinsbindung mit dem Zinssatz, den wir jetzt festgelegt haben, bis zum Zuteilungszeitpunkt. Dann muss ich nicht starr zehn oder 15 Jahre ansetzen und hoffen und beten, dass der Bausparer bis dahin entscheidet, zuteilungsreif zu sein. Dann kann ich das wirklich abhängig machen, meine Sparbeiträge wie gewünscht in den Bausparer leisten, und wenn die Bausparkasse entscheidet, dass es ein oder zwei Jahre später wird, ist mein Darlehen bei der Bank noch sicher. Da mache ich einen Haken dran, denn dann habe ich auch diese Sicherheit, die die Bausparkassen bewerben und beschreiben. Aber in den meisten Fällen, die ich auf dem Tisch gesehen habe, ist es nicht der Fall.

Marco: Wenn ich das zusammenfasse, sind es zum einen Kapitalanleger, bei denen es Sinn machen kann, vor allem um eine gewisse Planbarkeit zu einem Zinssatz XYZ zu bekommen. Dann hoch sicherheitsbedürftige Menschen, um das Risiko abzufedern, und wenn man das in Kombination mit einer flexiblen Bank auf die Beine stellen kann. Das ist aber in allen Fällen hochkomplex und muss ganz genau im Einzelfall betrachtet werden.

Komplexität, Kosten und Alternativen zur Zinssicherung

Elisabeth: Ich habe auch noch keinen Kunden erlebt, der das verstanden hat. Also wirklich: nicht von mir beraten, weil ich bei dem Thema Bausparen immer extrem tief drin bin. Das bedeutet, dass ich wirklich extrem langsam erkläre, damit auch wirklich jeder versteht, was Bausparen ist. Aber jeder Kunde, den ich bisher aus einer Beratung übernommen habe, der ein Bausparkonstrukt hatte, konnte mir nicht erklären, was mit ihm gemacht wurde. Da wurde einfach blind unterschrieben, passt schon und fertig. Deswegen bin ich bei dem Thema Bausparen auch so angefasst. Es ist so komplex und spielt mit sehr vielen in der Zukunft liegenden Ereignissen, die kein Mensch beeinflussen kann. Das ist am Ende des Tages eine Wette. Das Problem ist: Ich zahle heute schon dafür und weiß nicht einmal, wie das in zehn Jahren ist. Du musst dir vorstellen: Bis zu den 2010er-Jahren, als der Zinssatz extrem hoch war, haben wir über Zinssätze von vier Prozent aufwärts gesprochen. Da wurden Bausparer mit „Du sicherst dir jetzt den Zinssatz“ und „super Sicherheit“ bepreist. In den Bausparverträgen waren dann vier Prozent Zinssatz als angeblich sehr guter Zinssatz drin. Die wurden reihenweise verkauft. Dann kam die Niedrigzinsphase, in der es keinen einzigen Bausparvertrag gab, bei dem es sinnvoll war, ihn in die Zuteilung zu bekommen. Das heißt, die Menschen damals haben nicht nur den Guthabenzins nicht bekommen, also die Rendite für die Sparbeiträge, die sie geleistet haben, sondern haben auch jahrelang einen höheren Zinssatz bei der Bank gezahlt, weil der teurer war. Außerdem sind sie nicht von ihrem Zinssatz heruntergekommen. Könnte ich dann auch sagen: Ich spare einfach weiter und nehme das Darlehen nicht in Anspruch? Ja, aber der Guthabenzins ist beides optimal. Du hast das Wort gesagt. Das war wirklich die Zeit, in der ich in der Bank groß geworden bin. Es gab keinen einzigen Kunden, der dann diesen versprochenen Zinssatz in Anspruch genommen hat, sondern wirklich nur die Nachteile hatte. Dann wurde gesagt: Der Bankzinssatz liegt aktuell bei zwei Prozent. Sie können aber auch gerne den Bausparer in Anspruch nehmen, für den Sie teuer bezahlt haben. Die Zinslage für in zehn Jahren abzustecken, ist meiner Meinung nach extrem schwierig. Diese Darlehenszinsen bei den Bausparkassen sind ja auch angestiegen. Da werden nicht mehr die 1,x Prozent versprochen wie bis vor ein paar Jahren. Das sind maximal, wenn überhaupt, 2,50 oder 3,50 Prozent. Und bei 3,50 Prozent muss ich mich wirklich fragen, ob wir da in zehn Jahren nicht auch wieder sind. Man muss auch bedenken: Man hat immer schon Abschlussgebühr gezahlt. Das heißt, bei einem Bausparvertrag entstehen Kosten für den Kunden. Früher waren das 1,5 Prozent der Bausparsumme. Jetzt geht das sogar bis zu zwei bis drei Prozent der Bausparsumme, die man upfront, also vorab als Einmalzahlung zahlt, bevor man überhaupt in die Sparphase kommt.

„Das ist am Ende des Tages eine Wette.“

Marco: Ja, ich glaube, um da kurz einzukrätschen: Das geht letztendlich auch in das Eigenkapital im Falle der Finanzierung.

Elisabeth: Da haben die Bausparkassen schon ein Stück weit eine Lösung. Man kann das auch mitfinanzieren. Dann wird der Sparbeitrag, den man jeden Monat leistet, erst einmal dazu genutzt, um diese Abschlussgebühr wieder reinzuverdienen. Dann dauert es einfach drei, vier Jahre länger, bis der Vertrag zuteilungsreif ist.

Marco: Ich meinte eher den Fall, dass ich alternativ beispielsweise in einen MSCI-World-ETF einspare. Das führt selbst bei konservativer Verzinsung beziehungsweise Rendite dazu, dass ich einen größeren Stock an Eigenkapital aufbaue, den ich dann im Falle der Finanzierung der Immobilie einbringen kann.

Elisabeth: Ja, das zum einen. Und wie gesagt: Ich will der Daseinsberechtigung von Bausparen nicht im Wege stehen. Es gibt Konstellationen, in denen Bausparen Sinn macht. Nur wenn ich mir einen Kreis vorstelle, in dem Bausparen Sinn macht, dann sind das maximal zehn Prozent. Das sind für mich zwei Sachen. Zum einen, wie gesagt, bei der Kapitalanlage, weil ich dann steuerlich begünstigt bin und es mir egal sein kann, wenn die Zinskosten gleich bleiben. Zum zweiten, wenn ich volle Zinssicherheit bei einer Finanzierung haben möchte, bei einer Familie, bei der es vielleicht wirklich eng ist und die volle Sicherheit braucht, weil sie nach zehn Jahren einem Zinsniveau von XY und auch der kleinsten Veränderung nicht standhalten würde. Dann bekomme ich mit einem Bausparvertrag volle Planbarkeit, wenn ich das Darlehen bei der Bank so wähle, dass die Zinsbindung bis zur Zuteilung gemacht wird. Dann hat das eine Daseinsberechtigung, weil es bei diesen Menschen, wenn sie sich wirklich das Eigenheim ermöglichen wollen, darum geht, volle Sicherheit zu schaffen.

Marco: Aber bis wir dahin kommen, gibt es —

Elisabeth: Also, bei den meisten Menschen ist die Bonität gut genug, dass wir die Rückzahlung an die Bank so austarieren können, dass die Restschuld nach zehn Jahren, also das, was dann noch übrig bleibt vom Darlehen, bei einem ganz normalen Annuitätendarlehen gut tragbar ist. Das Zinsänderungsrisiko, mit dem die Bausparkassen immer spielen — die Angst: Oh mein Gott, was passiert nach zehn Jahren, wenn die Zinsen explodieren, dann explodiert auch deine Rate — kannst du in einer Beratung extrem gut abfangen. Man schaut sich an: Welche Restschuld habe ich nach zehn Jahren offen und wie würde meine Rate reagieren, wenn ich dann mit einem angepassten Zinssatz und gleichbleibender Tilgung weitergehe? Welche Auswirkung hat das? Dann ist das Verhältnis wichtig: Wie viel muss ich zurückgezahlt haben, damit mir die Rate nicht explodiert? Das ist ein Punkt, an dem ich extrem lange ein Annuitätendarlehen empfehlen kann, weil dort keine Extrakosten entstehen. Ich habe keine Abschlussgebühr und keine Verwaltungskosten, die ich jedes Jahr zahlen muss. Ich kann meine Restschuld jeden Monat verringern. Das geht direkt in das Darlehen und dadurch wird meine Zinslast geringer. Für einen Eigennutzer ist das meiner Meinung nach die nachhaltigere Option. Deswegen gibt es wirklich Beispiele, in denen Bausparen Sinn macht. Aber es gibt leider von zehn Beispielen neun, in denen Bausparen genommen wird, weil man damit als Berater durch die Abschlussgebühr und Ähnliches extrem viel Geld verdienen kann. Dann ist der eigentliche Punkt, dass man ein Produkt verkaufen möchte, weil man Geld machen möchte.

Bausparsumme, Modernisierung und Teilabsicherung

Marco: Ich habe noch einen letzten Punkt mitgebracht. In meiner Recherche habe ich überlegt: Was ist eigentlich die durchschnittliche Bausparsumme in Deutschland?

Elisabeth: Das weiß ich nicht.

Marco: Das sind je nach Quelle zwischen 50.000 und 60.000 Euro. Was sagst du dazu?

Elisabeth: Da hat jemand gut Provision gemacht.

Marco: Weil?

Elisabeth: Mit einem Bausparvertrag von 50.000 bis 60.000 Euro kann ich nicht viel anfangen. Das ist in keiner Finanzierung ernst zu nehmen, weil ich die Bausparsumme immer erhöhen oder den Vertrag wechseln müsste. Das ist immer wieder mit neuen Kosten verbunden, weil so eine Summe einfach viel zu klein ist. Wenn man es machen möchte, dann muss man es richtig machen und wirklich in Richtung 300.000 bis 400.000 Euro gehen, um einen Großteil der Finanzierung mit dem Zins

Marco: absichern zu können.

Elisabeth: Abdecken zu können. Wobei auch das schwierig ist, weil auf Sicht zu sagen, ich brauche genau 400.000 Euro, schwierig ist. Jede Immobilie ist anders, jeder Finanzierungsauslauf wird anders sein. Natürlich kann ich sagen — und das ist dann immer meine Empfehlung, weil ich den Menschen nicht ganz offen sagen möchte: Sorry, du hast mit der Abschlussgebühr Geld verbrannt — wenn man das Geld ohnehin schon investiert hat, kann man so etwas nutzen. Dann sollte man es beiseitelegen und schauen, ob der Zins wirklich attraktiv ist. So etwas ist dann ganz schick für Modernisierung beispielsweise, weil die Bausparkassen meistens in den Nachrang gehen. Wir hatten schon einmal gelernt: Im Grundbuch gibt es verschiedene Ränge. Die Banken wollen eigentlich immer den ersten Rang haben. Bausparkassen mit solchen Darlehen begnügen sich auch mit einem zweiten oder dritten Rang. Wenn man die Hauptfinanzierung mit Bankpartner A gemacht hat und nach sieben Jahren feststellt, dass die Fenster gemacht werden müssen, und man diesen Vertrag regelmäßig bespart hat, kann er relativ fix zuteilungsreif werden. Vielleicht kann man auch noch ein halbes Jahr oder ein Jahr mit den Fenstern warten. Dann kann man kleinere Modernisierungen oder mittelgroße Sanierungsmaßnahmen damit abfangen. Dafür sind diese kleineren Bausparverträge schon gut. Aber für den Kauf einer Immobilie macht das nie Sinn. Einfach nur, um etwas zu machen, ist das meiner Meinung nach in einem Sparbeitrag, in einem MSCI World und Co. besser aufgehoben. Ein weiterer Punkt ist, dass man einen Bausparvertrag nutzen kann, um einen Teil der Restschuld nach zehn Jahren abzusichern. Das heißt: Ich habe noch 400.000 Euro offen, habe jetzt einen 100.000-Euro-Bausparvertrag und schaffe es, den zusätzlich zu meiner normalen Rate zu besparen, um für einen Teilbetrag Sicherheit zu bekommen. Aber bei all diesen Punkten muss man immer schauen, zu welchem Preis man diese positiven Punkte bekommt. Beim Bausparen sage ich immer als Grundsatz: Du bekommst nichts gratis. Für Sicherheit, die du bekommst, musst du zahlen, und meistens nicht zu knapp. Wenn man mit diesem Grundsatz an die Sache Bausparen herangeht, blickt man aus einem anderen Gefühl darauf. Ein Punkt, den ich noch erwähnen möchte: Die Bausparkasse arbeitet bis zur Zuteilungsreife gerne kostenfrei mit deinem Geld. Sobald sie dir ein günstiges Darlehen gibt, will sie extrem schnell ihr Geld zurückhaben, weil es sich sonst für sie nicht rechnet. Wenn ihr auf eure Bausparverträge schaut, wenn ihr schon einen abgeschlossen habt, werdet ihr merken, dass die Tilgung, also diese Rückzahlung, extrem hoch ist. Man hat da mitunter Rückzahlungen von sechs bis zehn Jahren. Das ist wieder ein weiterer Punkt, der es in der Strukturierung extrem herausfordernd macht. Ab dem Moment, in dem man dieses günstige Darlehen bekommt, braucht man keine kleine Rate zu erwarten. Die Ratenbelastung kann dann extrem hoch sein. Wenn man darauf nicht vorbereitet ist, kann das dazu führen, dass man sagt: Puh, mit der Gesamtrate fühle ich mich aber nicht mehr wohl. Das Erwachen kommt aber erst, wenn es so weit ist, weil so weit vorher keiner denkt. Das ist der Punkt, an dem ich sage: Es ist extrem komplex, so einen Bausparvertrag adäquat in eine Finanzierung einzubauen.

„Du bekommst nichts gratis. Für Sicherheit, die du bekommst, musst du zahlen.“

Verkaufsinteresse, Sicherheitsgefühl und Abschluss

Marco: Sehr spannend, vor allem vor dem Hintergrund, dass man jetzt sieht, wie das Thema wieder gepusht wird. Wie gewohnt noch einmal kurz die Frage: Gibt es irgendetwas, das dir bei dem Thema noch auf dem Herzen liegt und das du loswerden möchtest?

Elisabeth: Ja. An alle, die zuhören und schon einmal zum Thema Bausparen beraten wurden: Fragt euch immer, was das Ziel eures Gegenübers ist. Wir haben heute die Punkte besprochen, und ich bleibe da so hart: Es sind verdammt wenige Fälle, in denen dieses Konzept in meinen Augen Sinn macht. In den meisten Fällen ist es wirklich so, dass das Gegenüber Geld mit mir verdienen möchte. Behaltet das im Blick. Seid da wirklich vorsichtig, geht mit offenen Augen rein und lasst euch das von Anfang bis Ende durchrechnen. Wegen dieser Komplexität — ich hatte es eben schon erwähnt — hat keiner meiner Kunden, die ich übernommen habe und die mit diesem Thema kamen, wirklich verstanden, was sie da gemacht haben. Oft wird sehr schnell etwas verkauft und erklärt. Weil ich es selbst nicht verstanden habe, mir das eigentlich zu viel ist und es schnell gehen muss, mache ich es dann. Ein paar Jahre später kann dann das Erwachen kommen. Deswegen: Seid einfach vorsichtig bei dem Thema Bausparen. Ich will es nicht per se verteufeln, aber mein Gegenüber muss mir verständlich klarmachen, warum er gerade der Meinung ist, dass das Sinn macht.

Marco: Sehr wichtiger Punkt. Ich denke mir bei dem Thema auch immer, dass der Name smart suggeriert, als würde ich etwas sparen.

Elisabeth: Ja, er erweckt den Anschein,

Marco: ich würde vielleicht sogar Vermögen aufbauen. Ich glaube, da kann man ganz klar sagen: Das ist nicht der Fall, sondern es ist eher eine Versicherung.

Elisabeth: Wir haben ein privates Unternehmen. Ich sage immer: Das muss irgendwo Geld verdienen. Irgendwo muss sich dieses Konstrukt für die Bausparkasse rechnen. Deswegen stecken da Kosten dahinter. In der Werbung wird immer nur der positive Effekt gezeigt: Du bekommst günstige Zinsen und kannst sie dir jetzt schon sichern. Das ist der Punkt: Man darf sich davon nicht blenden lassen.

Marco: Sehr gut. Dann würde ich sagen, machen wir da einen Haken dran. Ich hoffe, dass die Einordnung hilft, um entsprechend mit dem Thema umzugehen. Uns würde trotzdem interessieren: Habt ihr einen Bausparvertrag? Und wenn ja, mit welchem Ziel dahinter? Nächste Woche gibt es eine weitere spannende Folge. Da werden wir das Thema Baufinanzierungsvermittlung einmal erklären, zu unserer zehnten Folge, und uns beliebt machen. Ich freue mich jetzt schon.

Elisabeth: Ich mich auch. Das wird ein großer Spaß.

Marco: Dementsprechend: Schaltet nächste Woche wieder ein. Bis dahin, habt eine gute Zeit, lasst euer Feedback in den Kommentaren da und folgt uns. Bis bald und macht’s gut. Ciao, ciao.

Die zentralen Erkenntnisse

  • Der beworbene Zins ist nicht sofort verfügbar: Der günstige Darlehenszins greift erst nach Ansparung und Zuteilung. Bis dahin können Kosten und Zwischenfinanzierung die Rechnung deutlich verändern.
  • Planbarkeit ist nicht automatisch garantiert: Der konkrete Zuteilungszeitpunkt ist nicht fest zugesichert. Genau dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Sicherheitsversprechen und tatsächlicher Finanzierungsplanung.
  • Für Eigennutzer ist Bausparen häufig teuer erkaufte Sicherheit: Abschlussgebühren, niedrige Guthabenzinsen und mögliche Vorausdarlehen müssen gegen den späteren Darlehenszins gerechnet werden.
  • Es gibt sinnvolle Nischen: Kapitalanleger, sehr sicherheitsorientierte Käufer oder Modernisierungsfälle können profitieren, wenn die Struktur sauber zum Finanzierungsziel passt.
  • Ein Annuitätendarlehen bleibt oft die klarere Basis: Für viele Eigennutzer ist entscheidend, die Restschuld und die mögliche Rate nach Zinsbindung realistisch zu simulieren, statt zusätzliche Komplexität einzubauen.

Das folgende Transkript wurde zur besseren Verständlichkeit redaktionell gekürzt und bearbeitet.

Bausparen: Versprechen, Mechanik und Vorausdarlehen

Marco: Wir hatten es ja schon angerissen: Bausparen wird gerade wieder massiv beworben. Ich dachte es am Wochenende, als ich Bundesliga geschaut habe und die LBS in der Halbzeitpause reingeschossen ist. Dasselbe im LinkedIn-Feed. Kannst du uns erklären, warum das Thema gerade wieder so relevant ist und wie der Bausparer grundsätzlich funktioniert?

Elisabeth: Sehr gerne. Die Bausparkassen versprechen ein Stück weit einen Zinssatz, den sie ins Schaufenster stellen und der in der Regel um einiges günstiger ist als der aktuelle Marktzins. Das Problem ist nur: Man bekommt diesen Zinssatz nicht sofort für ein Darlehen, sondern muss gewisse Voraussetzungen erfüllen. Ein Bausparvertrag hat eine Bausparsumme. Das ist ein Betrag, den man festlegen kann. Er liegt zwischen 5.000 Euro und nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Das teilt sich dann in zwei Phasen auf: die Ansparphase und die Darlehensphase. In der Regel müssen ungefähr 40 bis 50 Prozent angespart sein, damit man das Darlehen aus einem Bausparvertrag in Anspruch nehmen kann. Dann wird der Bausparvertrag zuteilungsreif. Erst dann kann man dieses Darlehen mit dem günstigen Zinssatz, den man in der Werbung gezeigt bekommt, wirklich in Anspruch nehmen. Und das ist momentan deshalb so attraktiv, weil die geopolitische Situation nach wie vor sehr instabil ist. Man spekuliert vielleicht auf steigende Zinsen, und mit diesem Sicherheitsgefühl lässt sich das natürlich gut absichern. Genau. Und wenn man einen attraktiven Zinssatz in zehn oder 15 Jahren versprochen bekommt, muss die Bausparkasse irgendwo Geld verdienen. Der Guthabenzins liegt bei den meisten Verträgen bei sage und schreibe 0,01 Prozent, solange dieser Vertrag bespart wird. Das heißt: Mit Inflation eingerechnet verbrennt man erst einmal Geld. Das ist auch der Punkt, den eine Bausparkasse nutzen kann. Das sind ja keine Samariter. Sie geben Darlehen zu günstigeren Konditionen heraus, weil sie vorher jahrelang mit kostenfreiem Geld arbeiten konnten, dieses Geld anlegen konnten und daraus die Rendite gezogen haben, die dann den Gewinn ausmacht. Neben den ganzen Abschlussgebühren, zu denen wir später beim Kostenkonstrukt kommen. Man muss sich also immer im Klaren sein: Man gibt der Bausparkasse erst einmal kostenfrei sein Geld, um irgendwann den Darlehenszins zu bekommen. Jetzt ist es natürlich auch so: Ich habe mir sagen lassen, jeder gute Schwabe hat mindestens einen Bausparvertrag. Kein guter Schwabe bin ich. Man geht hin und sagt: Ich mache jetzt einen 500.000-Euro-Bausparvertrag, bekomme dann den guten Zinssatz für die 500.000 Euro und habe mir den schon gesichert. Das Problem ist nur: Wenn zwei Jahre später vielleicht fünf Prozent in dem Vertrag angespart sind und die Immobilie gefunden ist, möchte der Verkäufer sofort sein Geld haben. Um diesen Zinssatz in der Zukunft in Anspruch nehmen zu können, muss man mit einem Bankpartner den Kaufpreis vorfinanzieren. Sagen wir, das wird niemals vorkommen, aber in der idealen Welt liegt der Kaufpreis genau bei 500.000 Euro und die Nebenkosten würden wir aus Eigenkapital stemmen. Dann müsste die Bank diese 500.000 Euro vorfinanzieren, bis dieser Vertrag zu 40 Prozent bespart und zuteilungsreif ist. Sagen wir, das dauert zehn Jahre. Der Verkäufer will ja sofort sein Geld haben. Ab dem Zeitpunkt, zu dem wir die Immobilie gefunden haben, würden wir einen Zinssatz zahlen. Und weil unser Sparbeitrag in den Bausparvertrag läuft, haben wir bei dem Darlehen kein ganz normales Annuitätendarlehen, wie die meisten es kennenlernen werden, sondern ein tilgungsausgesetztes Darlehen. Der Zinssatz wird gezahlt und die Tilgung, also die Rückzahlung des Darlehens, ist der Sparbeitrag, den man in den Bausparvertrag einbringt. In dieser Phase bekommt man für seinen Sparbeitrag fast 0 Prozent und zahlt einen relativ teuren Zinssatz. Wenn wir sagen, das wäre eine 100-Prozent-Finanzierung, liegt der Zinssatz aktuell bei ungefähr 4,4 Prozent für dieses Vorausdarlehen an die Bank. Dadurch, dass das Darlehen nicht geringer wird, weil wir gerade unseren Bausparvertrag besparen, damit die Bausparkasse kostenfrei mit unserem Geld arbeiten kann, ist das, solange das Vorausdarlehen läuft und die Zuteilung noch nicht erfolgt ist, erst einmal eine sehr teure Konstellation.

„Man gibt der Bausparkasse erst einmal kostenfrei sein Geld, um irgendwann den Darlehenszins zu bekommen.“

Marco: Zahle ich dann de facto doppelt?

Elisabeth: Du zahlst nicht doppelt, aber du hast eine Zinszahlung, die sich nicht verringert, und einen Sparbeitrag, der nicht verzinst wird. Es ist also nicht ausgeglichen. Dann ist die Frage, wie lange diese Phase dauert, bis du zur Zuteilung kommst. Ab der Zuteilung hast du dann ein Stück weit den besseren Zinssatz. Das gebe ich zu. Nur: Auch das ist ein Punkt, bei dem die Verbraucherzentralen ziemlich groß sind. Dazu gibt es sehr viel im Internet zu lesen. Der Zuteilungszeitpunkt ist nicht versprochen. Du kannst also nicht sagen: Ich habe jetzt einen Bausparvertrag und in genau zehn Jahren, wenn ich den Sparbeitrag so setze, dass ich bei meinen 40 Prozent bin, kann ich diese Zuteilung erwarten und lege mein Darlehen auf genau diesen Zeitraum aus. Die Bausparkasse arbeitet mit einer sogenannten Bewertungszahl, um zu verhindern, dass aus Versehen in einem Jahr 80 Prozent der Bausparverträge fällig werden und sie dann zu viele Darlehen zu günstigen Zinssätzen auszahlen muss. Jedes Jahr wird neu entschieden: Wie viel Bewertungszahl habe ich? Ich muss eine gewisse Bewertungszahl erreicht haben, um an dieses Darlehen zu kommen und die Zuteilung zu bekommen. Das heißt: Die Bausparkasse entscheidet selbst nach nicht transparenten Gesichtspunkten, wann ich mein Darlehen in Anspruch nehmen kann. Das ist wieder die Unsicherheit für diejenigen, die eigentlich Sicherheit haben wollen: Ich sichere mir einen Zinssatz und habe super Planbarkeit. Diese Planbarkeit ist aber nicht vertraglich zugesichert. Wenn alles gut läuft, super. Wenn nicht, müssen wir für den Übergang eine Lösung finden.

„Diese Planbarkeit ist aber nicht vertraglich zugesichert.“

Marco: Ja, also ein Widerspruch in sich. In dem Szenario, dass ich eine Immobilie finde und finanzieren muss, bevor ich zuteilungsreif bin, muss ich den Zinssatz, den ich mir durch den Bausparer eigentlich sichern wollte, mit einem hochverzinsten Darlehen erkaufen.

Elisabeth: Ja, exakt.

Marco: Das macht ja gar keinen Sinn.

Elisabeth: Es gibt Konstellationen, in denen das Sinn macht.

Marco: Welche wären das denn? Lass uns da direkt einmal einsteigen.

Wann Bausparen Sinn machen kann

Elisabeth: Also für den Kapitalanleger kann das Sinn machen, weil er diese Zinslast gar nicht geringer haben möchte, weil er sie steuerlich geltend machen kann. Wobei ich sagen würde: Wenn ich tilgungsausgesetzt gehe, also meine Tilgung in ein anderes Produkt als das Darlehen schiebe, würde ich eher in einen ETF oder in einen Vorsparplan gehen. Da hat man wenigstens noch eine Rendite dagegen laufen. Bei einem Bausparvertrag hat man über die Jahre, wie gesagt, absolut nichts. Bei einem Kapitalanleger, der zur Vermietung kauft, kann ich das noch verstehen, wenn wirklich ein gewisses Sicherheitsbedürfnis besteht. Solange Rate und Miete ungefähr gleich laufen, sind die gleichbleibenden Zinszahlungen steuerlich sogar ein Stück weit günstig. Aber für einen Eigennutzer, der die Zinskosten nicht steuerlich geltend machen kann, ist das ein teuer erkaufter günstiger Zins oder eine teuer erkaufte Sicherheit, die, wenn man das Kleingedruckte liest, auch nicht so sicher ist. Da muss man wirklich einen Bankpartner haben, der keine starre Zinsbindung von zehn Jahren sagt. Ich habe coole Konstrukte gesehen, bei denen der Bankpartner wenigstens in diesem teuren Konstrukt sagt: Wir setzen die Zinsbindung mit dem Zinssatz, den wir jetzt festgelegt haben, bis zum Zuteilungszeitpunkt. Dann muss ich nicht starr zehn oder 15 Jahre ansetzen und hoffen und beten, dass der Bausparer bis dahin entscheidet, zuteilungsreif zu sein. Dann kann ich das wirklich abhängig machen, meine Sparbeiträge wie gewünscht in den Bausparer leisten, und wenn die Bausparkasse entscheidet, dass es ein oder zwei Jahre später wird, ist mein Darlehen bei der Bank noch sicher. Da mache ich einen Haken dran, denn dann habe ich auch diese Sicherheit, die die Bausparkassen bewerben und beschreiben. Aber in den meisten Fällen, die ich auf dem Tisch gesehen habe, ist es nicht der Fall.

Marco: Wenn ich das zusammenfasse, sind es zum einen Kapitalanleger, bei denen es Sinn machen kann, vor allem um eine gewisse Planbarkeit zu einem Zinssatz XYZ zu bekommen. Dann hoch sicherheitsbedürftige Menschen, um das Risiko abzufedern, und wenn man das in Kombination mit einer flexiblen Bank auf die Beine stellen kann. Das ist aber in allen Fällen hochkomplex und muss ganz genau im Einzelfall betrachtet werden.

Komplexität, Kosten und Alternativen zur Zinssicherung

Elisabeth: Ich habe auch noch keinen Kunden erlebt, der das verstanden hat. Also wirklich: nicht von mir beraten, weil ich bei dem Thema Bausparen immer extrem tief drin bin. Das bedeutet, dass ich wirklich extrem langsam erkläre, damit auch wirklich jeder versteht, was Bausparen ist. Aber jeder Kunde, den ich bisher aus einer Beratung übernommen habe, der ein Bausparkonstrukt hatte, konnte mir nicht erklären, was mit ihm gemacht wurde. Da wurde einfach blind unterschrieben, passt schon und fertig. Deswegen bin ich bei dem Thema Bausparen auch so angefasst. Es ist so komplex und spielt mit sehr vielen in der Zukunft liegenden Ereignissen, die kein Mensch beeinflussen kann. Das ist am Ende des Tages eine Wette. Das Problem ist: Ich zahle heute schon dafür und weiß nicht einmal, wie das in zehn Jahren ist. Du musst dir vorstellen: Bis zu den 2010er-Jahren, als der Zinssatz extrem hoch war, haben wir über Zinssätze von vier Prozent aufwärts gesprochen. Da wurden Bausparer mit „Du sicherst dir jetzt den Zinssatz“ und „super Sicherheit“ bepreist. In den Bausparverträgen waren dann vier Prozent Zinssatz als angeblich sehr guter Zinssatz drin. Die wurden reihenweise verkauft. Dann kam die Niedrigzinsphase, in der es keinen einzigen Bausparvertrag gab, bei dem es sinnvoll war, ihn in die Zuteilung zu bekommen. Das heißt, die Menschen damals haben nicht nur den Guthabenzins nicht bekommen, also die Rendite für die Sparbeiträge, die sie geleistet haben, sondern haben auch jahrelang einen höheren Zinssatz bei der Bank gezahlt, weil der teurer war. Außerdem sind sie nicht von ihrem Zinssatz heruntergekommen. Könnte ich dann auch sagen: Ich spare einfach weiter und nehme das Darlehen nicht in Anspruch? Ja, aber der Guthabenzins ist beides optimal. Du hast das Wort gesagt. Das war wirklich die Zeit, in der ich in der Bank groß geworden bin. Es gab keinen einzigen Kunden, der dann diesen versprochenen Zinssatz in Anspruch genommen hat, sondern wirklich nur die Nachteile hatte. Dann wurde gesagt: Der Bankzinssatz liegt aktuell bei zwei Prozent. Sie können aber auch gerne den Bausparer in Anspruch nehmen, für den Sie teuer bezahlt haben. Die Zinslage für in zehn Jahren abzustecken, ist meiner Meinung nach extrem schwierig. Diese Darlehenszinsen bei den Bausparkassen sind ja auch angestiegen. Da werden nicht mehr die 1,x Prozent versprochen wie bis vor ein paar Jahren. Das sind maximal, wenn überhaupt, 2,50 oder 3,50 Prozent. Und bei 3,50 Prozent muss ich mich wirklich fragen, ob wir da in zehn Jahren nicht auch wieder sind. Man muss auch bedenken: Man hat immer schon Abschlussgebühr gezahlt. Das heißt, bei einem Bausparvertrag entstehen Kosten für den Kunden. Früher waren das 1,5 Prozent der Bausparsumme. Jetzt geht das sogar bis zu zwei bis drei Prozent der Bausparsumme, die man upfront, also vorab als Einmalzahlung zahlt, bevor man überhaupt in die Sparphase kommt.

„Das ist am Ende des Tages eine Wette.“

Marco: Ja, ich glaube, um da kurz einzukrätschen: Das geht letztendlich auch in das Eigenkapital im Falle der Finanzierung.

Elisabeth: Da haben die Bausparkassen schon ein Stück weit eine Lösung. Man kann das auch mitfinanzieren. Dann wird der Sparbeitrag, den man jeden Monat leistet, erst einmal dazu genutzt, um diese Abschlussgebühr wieder reinzuverdienen. Dann dauert es einfach drei, vier Jahre länger, bis der Vertrag zuteilungsreif ist.

Marco: Ich meinte eher den Fall, dass ich alternativ beispielsweise in einen MSCI-World-ETF einspare. Das führt selbst bei konservativer Verzinsung beziehungsweise Rendite dazu, dass ich einen größeren Stock an Eigenkapital aufbaue, den ich dann im Falle der Finanzierung der Immobilie einbringen kann.

Elisabeth: Ja, das zum einen. Und wie gesagt: Ich will der Daseinsberechtigung von Bausparen nicht im Wege stehen. Es gibt Konstellationen, in denen Bausparen Sinn macht. Nur wenn ich mir einen Kreis vorstelle, in dem Bausparen Sinn macht, dann sind das maximal zehn Prozent. Das sind für mich zwei Sachen. Zum einen, wie gesagt, bei der Kapitalanlage, weil ich dann steuerlich begünstigt bin und es mir egal sein kann, wenn die Zinskosten gleich bleiben. Zum zweiten, wenn ich volle Zinssicherheit bei einer Finanzierung haben möchte, bei einer Familie, bei der es vielleicht wirklich eng ist und die volle Sicherheit braucht, weil sie nach zehn Jahren einem Zinsniveau von XY und auch der kleinsten Veränderung nicht standhalten würde. Dann bekomme ich mit einem Bausparvertrag volle Planbarkeit, wenn ich das Darlehen bei der Bank so wähle, dass die Zinsbindung bis zur Zuteilung gemacht wird. Dann hat das eine Daseinsberechtigung, weil es bei diesen Menschen, wenn sie sich wirklich das Eigenheim ermöglichen wollen, darum geht, volle Sicherheit zu schaffen.

Marco: Aber bis wir dahin kommen, gibt es —

Elisabeth: Also, bei den meisten Menschen ist die Bonität gut genug, dass wir die Rückzahlung an die Bank so austarieren können, dass die Restschuld nach zehn Jahren, also das, was dann noch übrig bleibt vom Darlehen, bei einem ganz normalen Annuitätendarlehen gut tragbar ist. Das Zinsänderungsrisiko, mit dem die Bausparkassen immer spielen — die Angst: Oh mein Gott, was passiert nach zehn Jahren, wenn die Zinsen explodieren, dann explodiert auch deine Rate — kannst du in einer Beratung extrem gut abfangen. Man schaut sich an: Welche Restschuld habe ich nach zehn Jahren offen und wie würde meine Rate reagieren, wenn ich dann mit einem angepassten Zinssatz und gleichbleibender Tilgung weitergehe? Welche Auswirkung hat das? Dann ist das Verhältnis wichtig: Wie viel muss ich zurückgezahlt haben, damit mir die Rate nicht explodiert? Das ist ein Punkt, an dem ich extrem lange ein Annuitätendarlehen empfehlen kann, weil dort keine Extrakosten entstehen. Ich habe keine Abschlussgebühr und keine Verwaltungskosten, die ich jedes Jahr zahlen muss. Ich kann meine Restschuld jeden Monat verringern. Das geht direkt in das Darlehen und dadurch wird meine Zinslast geringer. Für einen Eigennutzer ist das meiner Meinung nach die nachhaltigere Option. Deswegen gibt es wirklich Beispiele, in denen Bausparen Sinn macht. Aber es gibt leider von zehn Beispielen neun, in denen Bausparen genommen wird, weil man damit als Berater durch die Abschlussgebühr und Ähnliches extrem viel Geld verdienen kann. Dann ist der eigentliche Punkt, dass man ein Produkt verkaufen möchte, weil man Geld machen möchte.

Bausparsumme, Modernisierung und Teilabsicherung

Marco: Ich habe noch einen letzten Punkt mitgebracht. In meiner Recherche habe ich überlegt: Was ist eigentlich die durchschnittliche Bausparsumme in Deutschland?

Elisabeth: Das weiß ich nicht.

Marco: Das sind je nach Quelle zwischen 50.000 und 60.000 Euro. Was sagst du dazu?

Elisabeth: Da hat jemand gut Provision gemacht.

Marco: Weil?

Elisabeth: Mit einem Bausparvertrag von 50.000 bis 60.000 Euro kann ich nicht viel anfangen. Das ist in keiner Finanzierung ernst zu nehmen, weil ich die Bausparsumme immer erhöhen oder den Vertrag wechseln müsste. Das ist immer wieder mit neuen Kosten verbunden, weil so eine Summe einfach viel zu klein ist. Wenn man es machen möchte, dann muss man es richtig machen und wirklich in Richtung 300.000 bis 400.000 Euro gehen, um einen Großteil der Finanzierung mit dem Zins

Marco: absichern zu können.

Elisabeth: Abdecken zu können. Wobei auch das schwierig ist, weil auf Sicht zu sagen, ich brauche genau 400.000 Euro, schwierig ist. Jede Immobilie ist anders, jeder Finanzierungsauslauf wird anders sein. Natürlich kann ich sagen — und das ist dann immer meine Empfehlung, weil ich den Menschen nicht ganz offen sagen möchte: Sorry, du hast mit der Abschlussgebühr Geld verbrannt — wenn man das Geld ohnehin schon investiert hat, kann man so etwas nutzen. Dann sollte man es beiseitelegen und schauen, ob der Zins wirklich attraktiv ist. So etwas ist dann ganz schick für Modernisierung beispielsweise, weil die Bausparkassen meistens in den Nachrang gehen. Wir hatten schon einmal gelernt: Im Grundbuch gibt es verschiedene Ränge. Die Banken wollen eigentlich immer den ersten Rang haben. Bausparkassen mit solchen Darlehen begnügen sich auch mit einem zweiten oder dritten Rang. Wenn man die Hauptfinanzierung mit Bankpartner A gemacht hat und nach sieben Jahren feststellt, dass die Fenster gemacht werden müssen, und man diesen Vertrag regelmäßig bespart hat, kann er relativ fix zuteilungsreif werden. Vielleicht kann man auch noch ein halbes Jahr oder ein Jahr mit den Fenstern warten. Dann kann man kleinere Modernisierungen oder mittelgroße Sanierungsmaßnahmen damit abfangen. Dafür sind diese kleineren Bausparverträge schon gut. Aber für den Kauf einer Immobilie macht das nie Sinn. Einfach nur, um etwas zu machen, ist das meiner Meinung nach in einem Sparbeitrag, in einem MSCI World und Co. besser aufgehoben. Ein weiterer Punkt ist, dass man einen Bausparvertrag nutzen kann, um einen Teil der Restschuld nach zehn Jahren abzusichern. Das heißt: Ich habe noch 400.000 Euro offen, habe jetzt einen 100.000-Euro-Bausparvertrag und schaffe es, den zusätzlich zu meiner normalen Rate zu besparen, um für einen Teilbetrag Sicherheit zu bekommen. Aber bei all diesen Punkten muss man immer schauen, zu welchem Preis man diese positiven Punkte bekommt. Beim Bausparen sage ich immer als Grundsatz: Du bekommst nichts gratis. Für Sicherheit, die du bekommst, musst du zahlen, und meistens nicht zu knapp. Wenn man mit diesem Grundsatz an die Sache Bausparen herangeht, blickt man aus einem anderen Gefühl darauf. Ein Punkt, den ich noch erwähnen möchte: Die Bausparkasse arbeitet bis zur Zuteilungsreife gerne kostenfrei mit deinem Geld. Sobald sie dir ein günstiges Darlehen gibt, will sie extrem schnell ihr Geld zurückhaben, weil es sich sonst für sie nicht rechnet. Wenn ihr auf eure Bausparverträge schaut, wenn ihr schon einen abgeschlossen habt, werdet ihr merken, dass die Tilgung, also diese Rückzahlung, extrem hoch ist. Man hat da mitunter Rückzahlungen von sechs bis zehn Jahren. Das ist wieder ein weiterer Punkt, der es in der Strukturierung extrem herausfordernd macht. Ab dem Moment, in dem man dieses günstige Darlehen bekommt, braucht man keine kleine Rate zu erwarten. Die Ratenbelastung kann dann extrem hoch sein. Wenn man darauf nicht vorbereitet ist, kann das dazu führen, dass man sagt: Puh, mit der Gesamtrate fühle ich mich aber nicht mehr wohl. Das Erwachen kommt aber erst, wenn es so weit ist, weil so weit vorher keiner denkt. Das ist der Punkt, an dem ich sage: Es ist extrem komplex, so einen Bausparvertrag adäquat in eine Finanzierung einzubauen.

„Du bekommst nichts gratis. Für Sicherheit, die du bekommst, musst du zahlen.“

Verkaufsinteresse, Sicherheitsgefühl und Abschluss

Marco: Sehr spannend, vor allem vor dem Hintergrund, dass man jetzt sieht, wie das Thema wieder gepusht wird. Wie gewohnt noch einmal kurz die Frage: Gibt es irgendetwas, das dir bei dem Thema noch auf dem Herzen liegt und das du loswerden möchtest?

Elisabeth: Ja. An alle, die zuhören und schon einmal zum Thema Bausparen beraten wurden: Fragt euch immer, was das Ziel eures Gegenübers ist. Wir haben heute die Punkte besprochen, und ich bleibe da so hart: Es sind verdammt wenige Fälle, in denen dieses Konzept in meinen Augen Sinn macht. In den meisten Fällen ist es wirklich so, dass das Gegenüber Geld mit mir verdienen möchte. Behaltet das im Blick. Seid da wirklich vorsichtig, geht mit offenen Augen rein und lasst euch das von Anfang bis Ende durchrechnen. Wegen dieser Komplexität — ich hatte es eben schon erwähnt — hat keiner meiner Kunden, die ich übernommen habe und die mit diesem Thema kamen, wirklich verstanden, was sie da gemacht haben. Oft wird sehr schnell etwas verkauft und erklärt. Weil ich es selbst nicht verstanden habe, mir das eigentlich zu viel ist und es schnell gehen muss, mache ich es dann. Ein paar Jahre später kann dann das Erwachen kommen. Deswegen: Seid einfach vorsichtig bei dem Thema Bausparen. Ich will es nicht per se verteufeln, aber mein Gegenüber muss mir verständlich klarmachen, warum er gerade der Meinung ist, dass das Sinn macht.

Marco: Sehr wichtiger Punkt. Ich denke mir bei dem Thema auch immer, dass der Name smart suggeriert, als würde ich etwas sparen.

Elisabeth: Ja, er erweckt den Anschein,

Marco: ich würde vielleicht sogar Vermögen aufbauen. Ich glaube, da kann man ganz klar sagen: Das ist nicht der Fall, sondern es ist eher eine Versicherung.

Elisabeth: Wir haben ein privates Unternehmen. Ich sage immer: Das muss irgendwo Geld verdienen. Irgendwo muss sich dieses Konstrukt für die Bausparkasse rechnen. Deswegen stecken da Kosten dahinter. In der Werbung wird immer nur der positive Effekt gezeigt: Du bekommst günstige Zinsen und kannst sie dir jetzt schon sichern. Das ist der Punkt: Man darf sich davon nicht blenden lassen.

Marco: Sehr gut. Dann würde ich sagen, machen wir da einen Haken dran. Ich hoffe, dass die Einordnung hilft, um entsprechend mit dem Thema umzugehen. Uns würde trotzdem interessieren: Habt ihr einen Bausparvertrag? Und wenn ja, mit welchem Ziel dahinter? Nächste Woche gibt es eine weitere spannende Folge. Da werden wir das Thema Baufinanzierungsvermittlung einmal erklären, zu unserer zehnten Folge, und uns beliebt machen. Ich freue mich jetzt schon.

Elisabeth: Ich mich auch. Das wird ein großer Spaß.

Marco: Dementsprechend: Schaltet nächste Woche wieder ein. Bis dahin, habt eine gute Zeit, lasst euer Feedback in den Kommentaren da und folgt uns. Bis bald und macht’s gut. Ciao, ciao.

FAQ

Weil Bausparkassen laut Gespräch wieder stärker werben und das Sicherheitsversprechen in einer unsicheren Zins- und geopolitischen Lage anschlussfähig ist. Im Vordergrund steht der günstige künftige Darlehenszins.

Nein. Der beworbene Darlehenszins wird erst nach Ansparung und Zuteilung praktisch relevant. Vorher müssen die vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sein.

Der Zuteilungszeitpunkt wird im Gespräch nicht als fest zugesichert beschrieben. Eine Finanzierung, die exakt auf einen erwarteten Zeitpunkt geplant wird, kann dadurch unsicher werden.

Genannt werden vor allem Kapitalanleger, sehr sicherheitsorientierte Käufer und Fälle, in denen ein Bankpartner die Finanzierung flexibel bis zur tatsächlichen Zuteilung absichert. Auch dann muss die Konstruktion im Einzelfall geprüft werden.

Eigennutzer können die Zinskosten laut Gespräch nicht steuerlich geltend machen. Deshalb kann die Zinssicherheit teuer erkauft sein, insbesondere wenn Abschlussgebühren, niedrige Guthabenzinsen und ein Vorausdarlehen zusammenkommen.

Kleinere Bausparverträge werden nicht als ausreichende Hauptabsicherung für einen Immobilienkauf beschrieben. Sie können eher bei Modernisierung, Sanierung oder als Teilabsicherung einer späteren Restschuld sinnvoll sein.

Die Folge stellt ein gut austariertes Annuitätendarlehen als häufig naheliegendere Lösung dar. Entscheidend ist, Restschuld und mögliche Ratenwirkung bei höheren Anschlusszinsen sauber zu berechnen.

Sie sollten sich die gesamte Konstruktion verständlich erklären und vollständig durchrechnen lassen. Außerdem sollten sie mitdenken, ob das Produkt wirklich zur Finanzierung passt oder vor allem verkauft werden soll.

Über die Autoren

Elisabeth Beck geb. Dick ist Gründerin und Geschäftsführerin von bauffy. Sie begleitet Privat- und Firmenkunden in komplexen Finanzierungsfragen und entwickelt Lösungen, die strukturiert, langfristig tragfähig und auf die individuelle Situation abgestimmt sind. Ihr Hintergrund in Finanzdienstleistungen und Wirtschaftsrecht prägt ihren analytischen Blick auf Finanzierung als Teil einer übergeordneten Vermögens- und Lebensplanung.

Marco Beck ist Host des bauffy Podcasts. Er bringt seine Erfahrung aus der Entwicklung und Vermarktung komplexer Geschäftsmodelle ein und führt durch die Gespräche mit einem klaren Blick für Struktur und Entscheidungslogik. So werden auch anspruchsvolle Finanzierungsthemen verständlich eingeordnet und für fundierte Entscheidungen nutzbar.

Gern prüfen wir gemeinsam, wie sich die Inhalte dieser Folge auf Ihre persönliche Situation übertragen lassen.

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