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- WIBank steigt auf 1,6 % & Instant-Baufi in 30 Minuten: Was das bedeutetIn dieser Folge sprechen Marco und Elisabeth über drei aktuelle Themen: die volatile Zinslage am Swap-Markt, ein kurzfristiges WIBank-Update in Hessen, das die Förderkonditionen spürbar verschlechtert, und die neu gestartete Instant-Baufi der ING in Kooperation mit der Interhyp. Der Fokus liegt durchgängig auf den praktischen Konsequenzen für Käuferinnen, Käufer und Vermittler – inklusive der Frage, wer beim WIBank-Update jetzt noch handeln kann und wo eine Kreditzusage in 30 Minuten tatsächlich hilft. „Die ganz klassischen Verkäufer, die einfach nur dieses Tool bedienen und die erstbeste Bank nehmen, werden aussterben. Weil die Qualität immer wichtiger wird.“ — ElisabethWIBank-Zinsanpassung: Warum der Zinssatz von 0,6 % auf 1,6 % steigt und was das konkret in Euro bedeutet. Bestandsschutz und laufende Anträge: Wer geschützt ist – und was „vollständige Unterlagen" bei Förderstellen wirklich bedeutet. Lebenshaltungspauschalen: Wie die Erhöhung der Pauschalen den förderfähigen Einkommenskorridor verengt. Instant-Baufi – Funktionsweise: Wie KI-Objekt-Check und digitaler Kontoblick die klassische Unterlagenprüfung ersetzen sollen. Grenzen der Instant-Baufi: Welche Objekte und Darlehenshöhen ausgeschlossen sind und wie groß der abgedeckte Fall-Anteil realistisch ist. Strategische Einordnung: Was die Instant-Baufi für den Vermittlerberuf und den Markt langfristig bedeuten könnte.Zinslage KW 23 2026 Marco: Die Lage – wir fangen wieder mit dem Swap an. Wir eiern seit mehreren Wochen so ein bisschen rum. Eine Woche geht es hoch, eine runter, diese Woche geht es wieder hoch. Wir hatten letzte Woche am Montag den Stand 3,01. Jetzt sind wir Stand heute, Samstag, wieder bei 3,07. Iran/USA ist wieder in die negative Richtung gekippt. Ich denke, auch die EZB-Entscheidung am kommenden Donnerstag spielt schon eine gewisse Rolle am Kapitalmarkt. Wir haben eine Inflationsentwicklung, die sich in der Eurozone stark beschleunigt: Seit Februar waren es noch 1,9 % Inflation, jetzt sind wir bei 3,2 %. Deswegen rechnen viele damit, dass die EZB gegensteuert und der Kapitalmarkt das bereits eingepreist hat. Wie schaut es an der Bankenfront aus? Elisabeth: Die Bankenfront ist aktuell noch ruhig. Ich glaube aber, das ist die Ruhe vor dem Sturm. Dadurch, dass Iran sich jetzt doch nicht beruhigt, wird diese Erholung, die wir sehr schnell hatten, wieder umgekehrt. Die Großen haben noch nicht reagiert. Die ING hat erst kürzlich gesenkt und die komplette Erhöhung, die wir in unserer Zinssicherungswoche besprochen haben, eigentlich komplett rückgängig gemacht. Auch die Commerzbank hat noch nicht reagiert. Die Regiosparkassen und Volksbanken preisen täglich oder wöchentlich – jede Bank macht das anders. Die sind schon ein Stück weit leicht hochgegangen. Es bleibt eine Achterbahnfahrt, weshalb man als Käufer oder Käuferin einen kühlen Kopf bewahren muss: die Zinsentwicklung im Blick behalten, die Spitzen nach unten ausnutzen, Zinssicherung betreiben und dann den Vertrag festmachen. Marco: Was durchaus interessant ist: Der eine oder andere mag spekulieren, ob es, wenn es wieder runtergeht, noch weiter runtergeht. Das ist das, was wir seit gut zwei Monaten jede Woche erleben: Es läuft im Zickzack. Damit muss man arbeiten, und ich glaube, spekulieren bringt wenig. „Es läuft im Zickzack. Damit muss man arbeiten, und ich glaube, spekulieren bringt wenig.“ WIBank: Zins steigt auf 1,6 % Marco: Dann rein in den ersten Themenblock. Du hattest mir diese Woche zugerufen, es gibt ein sehr wichtiges Update bei der WIBank. Wer regelmäßig zuhört, weiß: Unsere erste Folge war zur WIBank-Förderung – 200.000 Euro zu 0,6 Prozent. Und genau dort greift die WIBank jetzt ein. Kannst du kurz umreißen, was passieren wird? Elisabeth: Ja, zunächst müssen wir den Folgentitel umändern in „200.000 Euro zu 1,6 Prozent“. Das Land Hessen hat erkannt, dass die 0,6 Prozent nicht mehr marktgültig sind. Der Zinssatz wird angehoben – voraussichtlich, noch nicht offiziell – auf 1,6 Prozent, also 1 Prozent mehr. Auf die 200.000 Euro gerechnet macht das rund 145 Euro im Monat aus, über die ersten zehn Jahre eine Mehrbelastung von 15.000 Euro. Aber verglichen mit einem Zinssatz von 3,5 bis 4 Prozent ist das immer noch immens vorteilhaft. Deswegen bleibt das ein sehr spannendes Thema. Marco: Das ist wichtig, das darf man nicht vergessen. Es ist ärgerlich, vor allem für die, die gerade im Prozess sind. Aber trotzdem ist es immer noch ein erheblicher Zinsvorteil. Elisabeth: Genau. Für alle, die im Prozess sind: Die Frist ist extrem kurz. Eigentlich gibt es keine offizielle Frist. Wenn ich das nicht über den Flurfunk erfahren hätte, könnten wir das jetzt auch nicht teilen. Zum 15.06. wird es im Amtsblatt veröffentlicht. „Wenn ich das nicht über den Flurfunk erfahren hätte, könnten wir das jetzt auch nicht teilen.“ WIBank: Fehlende Übergangsfrist Elisabeth: Zum Amtsblatt hat, wenn man keinen kostenpflichtigen Zugang hat, niemand Zugang. Als Normalbürger würde man das erst zwei Wochen später erfahren. Und es gilt ab sofort: Sobald es veröffentlicht ist, gilt es. Die Webseiten werden sofort angepasst. Das heißt, es wird sehr viele Menschen kalt treffen, die vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Ich finde das ein Unding. Ich fände es deutlich besser, wenn es da eine Übergangszeit gäbe, auch für Altanträge. Für alle, die bereits Anträge gestellt haben: Bitte schaut, dass die Unterlagen vollständig sind, denn die meisten Förderstellen können die alten Konditionen nur sichern, wenn die Unterlagen wirklich vollständig sind. Und für alle, die es nicht mehr schaffen: Es ist nicht schlimm, es ist immer noch eine gute Förderung. Aber erwartbar war es – ich hatte das schon zwei Jahre früher erwartet. „Ich finde das ein Unding. Ich fände es deutlich besser, wenn es da eine Übergangszeit gäbe, auch für Altanträge.“ Marco: Ich glaube trotzdem, dass das Update zu großer Frustration führen wird – und das würde es bei mir auch. Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist dieses Vor-vollendete-Tatsachen-Stellen. Mit einer halbwegs ordentlichen Kommunikation wäre das überhaupt kein Problem – das kann jeder nachvollziehen. Wer jetzt mitten im Prozess ist, wird vor den Kopf gestoßen: „Sorry, die Konditionen sind jetzt ein Prozent höher.“ Was immer noch gut ist – aber trotzdem. Ja, Politik. WIBank: Lebenshaltungspauschalen Elisabeth: Diese 0,6 Prozent sind aus der Niedrigzinsphase. Wir sind 2022 hochgegangen – also haben sie vier ganze Jahre gebraucht, um zu checken, dass es vielleicht ganz gut wäre, die Zinsen anzupassen. Gut für alle, die diese Förderung noch mit 0,6 Prozent gesichert haben: Die haben Bestandsschutz, das ändert sich nicht. Für bereits beschiedene Anträge ändert sich nichts. Ein weiterer Punkt sind die Lebenshaltungspauschalen. Die lagen bei der ersten Person bei 990 Euro und werden auf 1.100 Euro angepasst, also um 110 Euro. Für jede weitere Person wird der Ansatz nochmal um 30 Euro pro Person angepasst. Marco: Sprich, das senkt die Grenze der förderfähigen Familien. Elisabeth: Ja. Das Problem ist: Ich muss ein gewisses Einkommen unterschreiten, um die Förderung zu bekommen, darf aber nicht zu wenig verdienen, weil ich sonst laut Haushaltsrechnung der WIBank nicht förderfähig bin. Wenn jetzt 110 Euro mehr in den Pauschalen angesetzt werden, fallen wieder Menschen heraus, die vorher förderfähig waren, weil wir nur einen Überschuss von 200 Euro hatten. Und mit zwei Kindern obendrauf: Ciao Bella. Das zeigt, dass die Förderung Einschränkungen erfährt. Marco: Am Ende des Tages wird der Korridor stark eingegrenzt, wer in die Förderfähigkeit fällt – bei gleichzeitiger Erhöhung der Konditionen. Man hat das riesige Thema Wohnraummangel, zu hohe Mieten – und dann schränkt man Fördermöglichkeiten, die funktionieren, weiter ein. Wir wollen aber kein Politik-Bashing betreiben. Das ist immer noch ein gutes Programm und eine sehr gute Förderung. Elisabeth: Hessen ist da Vorreiter. Man kann wirklich mal eine Lanze brechen. Die machen einen coolen Job, besonders die Menschen, die bei der WIBank arbeiten. Ich habe letztens mit jemandem direkt aus dem Team telefoniert, der mich vor 8 Uhr morgens angerufen hat, weil er sonst in einen langen Termin gegangen wäre. Das zeigt die Leidenschaft dahinter. Im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz, das eine eher schwache Förderung hat, schafft es Hessen, in einem sehr teuren Markt Menschen in die eigene Immobilie zu bringen. WIBank: Förderausschluss bei Eigenbedarf Marco: Haben wir da noch irgendwas vergessen? Elisabeth: Ein Fall, den wir in der ersten Folge nicht mit reingenommen haben: Man muss aufpassen bei Wohnungen, die vermietet sind. Da wird es sehr schwer oder unmöglich mit der Förderung, wenn der Mieter nicht vorher einen Aufhebungsvertrag unterschreibt. Denn mit einer Eigenbedarfskündigung ist das ein Förderausschluss. Das steht nirgendwo auf den Webseiten, aber die WIBank hat das in einem Rundschreiben so entschieden: Man möchte Wohnraum schaffen und nicht wegnehmen. Bei günstigen, lang bestehenden Mietverträgen wird es ein Ding der Unmöglichkeit, den Mieter vor dem Kauf rauszubekommen. Da muss man von der WIBank-Förderung Abstand nehmen, wenn man die Eigenbedarfskündigung nutzen möchte. „Das Eigenbedarfskündigungsthema steht nirgendwo auf den Webseiten – aber die WIBank hat das für sich in einem Rundschreiben so entschieden.“ Marco: Ein guter Hinweis für alle, die in dieses Raster fallen. Man könnte sagen: Das Land Hessen schärft sein Schwert in der Wohnraumförderung. Instant-Baufi: Funktionsweise Marco: So, dann lass uns mit dem zweiten Thema weitermachen: Instant-Baufi. Ich würde kurz umreißen, worum es geht. Live seit dem 18.05., also seit circa zwei bis drei Wochen. Die Kernidee: eine vollständig digitale Baufinanzierung mit verbindlicher Kreditzusage in maximal 30 Minuten, was bisher Tage, teils Wochen dauert. Es ist nur noch ein Dokument nötig, der Energieausweis. Die KI erstellt dann anhand öffentlich zugänglicher Daten einen digitalen Zwilling der Immobilie – Wohnfläche, Baujahr, Grundstück. Die Bonitätsprüfung erfolgt per digitalem Kontoblick, dem man zustimmen muss. Die finale Entscheidung trifft trotzdem ein menschlicher Entscheider bei der ING. Marco: Entscheidend: Die Instant-Baufi ist momentan nur bei der ING und in Zusammenarbeit mit der Interhyp möglich. Eingeschränkt auf Bestandsimmobilien, Häuser – nicht Wohnungen – und damit nur auf einen geringen Anteil der Fälle anwendbar. Trotzdem wird der gesamte Prozess rund um Unterlagen und Prüfung radikal transformiert. Das bringt aber auch Risiken mit sich, wenn man quasi blind die Kreditzusage bekommt. Vielleicht kannst du, Eli, das aus deiner Brille beleuchten – was sagst du dazu? Instant-Baufi: Objekt-Check Elisabeth: Ich würde das aufteilen: Fangen wir mit dem Objekt an. Diesen Objekt-Check habe ich auch mal durchgeklickt. Das ist eine gute Sache, weil es Schmerz aus dem Prozess nimmt, wenn weniger Objektunterlagen eingereicht werden müssen. Wobei der Radius, den die ING aktuell abdecken kann, noch sehr eingeschränkt ist. Ein Beispiel: Ich hatte ein Kundenpärchen, das perfekt ins Raster passte. Aber das Haus war in den Hang gebaut, wodurch Zwischenebenen entstanden – Erdgeschoss, halbes erstes OG, dann Dachgeschoss – und das war nicht klar erkennbar. Da ist die KI sofort in die Knie gegangen und hat gesagt: Das können wir nicht bewerten. Bei einem einfachen, standardmäßigen Objekt ist es super – außer dem Energieausweis kein Stress. Nur: Solange ausschließlich die ING das anbietet, werde ich den Unterlagen-Wust nicht weglassen, weil immer ein Plan B nötig werden kann. „Wenn die ING ein Problem mit dem Objekt oder dem Kunden hat, hätte ich keine Objektunterlagen mehr, weil ich sie nicht gebraucht habe, und könnte den Zins für eine neue Bank nicht mehr sichern.“ Instant-Baufi: Digitaler Kontoblick Elisabeth: Was die Bonitätsprüfung angeht: Diesen digitalen Kontoblick kenne ich schon, zum Beispiel aus Finanzierungen mit der Hypovereinsbank. Man schickt dem Kunden vorab einen Link, er meldet sich an und hinterlegt seine Bankkonten, indem er sich jeweils bei seinem Onlinebanking einloggt. Bei der ING will man alles sehen: das Gehaltskonto und das Konto, wo Lebenshaltungskosten anfallen. Da wird ganz schön viel vom Kunden erwartet – das ist ein ganzer Klickprozess. Ich denke an Menschen, die ihr Onlinebanking-Passwort nicht zur Hand haben oder sich abends nicht durchklicken wollen. Ich sehe eine große Gefahr darin, dass die ING Arbeit vom Vermittler – Marco: – auf den Kunden – Elisabeth: – verlagert. Wenn es mit einem Klick gemacht wäre, super. Aber du musst dich anmelden, ein Konto hinzufügen, dann das nächste – und wenn man mehrere Konten hat, wird das schnell komplex. Ich als Vermittler kann dabei kaum helfen. Und wenn ich bedenke, wie wenig Aufwand das normalerweise ist: Bei der ING brauche ich unterhalb von 600.000 Euro Darlehenssumme drei Gehaltsabrechnungen – und das war’s. Marco: Also man braucht sowieso nicht viel. Elisabeth: Ich brauche nicht mal einen Personalausweis in Kopie. Viele Kunden werden eher sagen: Kannst du nicht die drei Gehaltsabrechnungen nehmen? Da bin ich in drei Minuten durch. Ich sehe das aktuell noch vorsichtig. Nicht weil es technisch nicht super ist – als Profi denke ich: was für eine Arbeitsentlastung. Aber meine Kundschaft ist froh, mich im Prozess zu haben, weil ich dafür da bin, so wenig Arbeit wie möglich beim Kunden zu lassen. Und dieser Prozess lenkt das wieder in Richtung des Kunden. „Ich bin dafür da, so wenig Arbeit wie möglich beim Kunden zu lassen und so viel wie möglich auf mich zu nehmen. Und dieser Prozess lenkt das wieder in Richtung des Kunden.“ Marco: Das Konstrukt lenkt extrem viel auf den Kunden. Wer das gerne selbst in die Hand nimmt, für den ist das sogar positiv. Nur sind wir in einem sehr komplexen Thema, das eigentlich erfordert, einen Experten an der Hand zu haben. Instant-Baufi: Provision und ING-Effizienz Elisabeth: Ich frage mich auch: Bei der ING gibt es grundsätzlich eine Provision von 1 %. Bei einer Finanzierung von 400.000 Euro wären das 4.000 Euro. Wenn ich eine Instant-Baufi habe, bei der der Kunde die ganze Arbeit macht – warum kriege ich als Vermittler trotzdem 4.000 Euro? Marco: Ich glaube, das wird sich im Erfolgsfall aus Unternehmensperspektive zukünftig ändern. Elisabeth: Ich bin gespannt, ob die ING die Provisionssätze anpasst. Warum macht eine ING das? Sie will Prüfungsaufwand und Mitarbeiterkapazitäten effizienter nutzen. Mit einer Instant-Baufi bekommt die ING alles digital vorgelegt und muss nur noch mit einer Schablone aufs Knöpfchen drücken. Witzig ist: Wenn du nach der Instant-Baufi trotzdem aus Versehen Unterlagen weiterleitest, wird der Prozess wieder ganz normal gemacht, weil die ING gesetzlich verpflichtet ist, eingereichte Unterlagen zu prüfen. Aus der Effizienzperspektive kann das also viel Sinn machen. Instant-Baufi: Markt und Vermittlerrolle Marco: Ich glaube, da ist noch eine ganz andere Vision im Hintergrund. Das Baufinanzierungsgeschäft operiert schon plattformbasiert. Die ING ist die Mutter der ProHyp, einer der zwei großen Plattformen. Langfristig in einem KI-Zeitalter ist es keine Rocket Science zu denken: Jeder Kunde muss eigentlich per Knopfdruck seine Banken selbst auswählen können. Ich glaube, das ist ein erster Schritt – oder ein Test: Wie marktfähig ist das, wie wird es angenommen, welche Fälle können bedient werden? Wenn man sich vorstellt, man hat irgendwann eine Plattform mit allen Banken und einem Zinssatz, dann ist der Punkt, wo zwangsläufig wieder ein Berater reinkommt, weil nicht jeder Finanzierungsexperte sein kann. Elisabeth: Ich glaube, die ganz klassischen Verkäufer, die einfach nur dieses Tool bedienen und die erstbeste Bank nehmen, werden aussterben. „Die ganz klassischen Verkäufer, die einfach nur dieses Tool bedienen und die erstbeste Bank nehmen, werden aussterben.“ Elisabeth: Weil die Qualität immer wichtiger wird. Deswegen glaube ich nicht, dass die ING versucht, uns Vermittler loszuwerden. Im Gegenteil: Diese Instant-Baufi soll uns Entlastung bringen bei reinen Dully-Aufgaben – eine Gehaltsabrechnung abfragen, einordnen, weiterleiten – um dann mehr in Richtung Beratung gehen zu können. Marco: Das ist eine super Entwicklung, weil dort rausgeschnitten wird, wo es ein Pain für jeden ist – Käufer, Berater, Bank. Dieser Prozess in der Mitte ist das Ineffizienteste am Business. Dort soll Ressource freigeschaffen werden, um mehr Fokus auf Qualität und das eigentliche Produkt zu legen. Elisabeth: Was mir noch wichtig ist: Wenn wir den gesamten Prozess betrachten – die ING war schon vorher mit drei Tagen extrem schnell. Aber die Stakeholder um die Bank herum müssen auch schneller werden. Bei Notaren habe ich eher das Gefühl, dass die zusehends langsamer werden. Was bringt es mir, wenn ich in 30 Minuten eine Kreditzusage habe – und einen Vertrag, den ich in einer Frist annehmen muss –, wenn ich noch weder Notar noch Kaufvertragsentwurf habe? Da kommt Stress rein, wenn wir als Finanzierer zu schnell für die anderen Stakeholder werden. Ich glaube, die Nächsten, die aufspringen, sind digitalere Sparkassen – eine Frankfurter Sparkasse kann ich mir gut vorstellen. Auch Hypovereinsbank und Commerzbank sind Vorreiter. Aber wir hatten geschätzt: vielleicht 15 Prozent der Fälle werden aktuell abgedeckt. Der Großteil ist einfach nicht Standard. Und das ist auch, weswegen ich meinen Job so liebe: Kein Vorhaben ist wie das andere. Ab 600.000 Euro ist Instant-Baufinanzierung sowieso nicht möglich, und ab 750.000 Euro haben wir KWG-Pflichten mit erhöhter Risikoprüfung im Vier-Augen-Prinzip. Da wird es niemals zu einer „Verinstantung“ führen. „Kein Vorhaben ist wie das andere. Und das ist ja auch das, weswegen ich meinen Job so liebe.“ Instant-Baufi: Geschwindigkeit vs. Gesamtprozess Marco: Eine Frage, die ich noch hätte: Wann brauche ich überhaupt in 30 Minuten eine Finanzierung? Ich bin ja nicht beim Edeka, Rewe, Aldi an der Kasse. „Wann brauche ich denn überhaupt in 30 Minuten eine Finanzierung? Ich bin ja nicht beim Edeka, Rewe, Aldi an der Kasse.“ Elisabeth: Manchmal schon. Wenn ich gerade wechseln möchte, der Zins ist extrem runtergegangen, die ING reagiert sowieso schnell auf Zinsänderungen, und ich bin ein Standardfall – dann kann ich kurz vor dem Notar-Termin eine Instant-Baufi machen, mir die Genehmigung abholen und den Bankenwechsel vollziehen. Für einen Bankenwechsel ist das extrem cool. Aber für alles andere – Marco: – nur beim Zins nach unten. Im anderen Fall wird die Schranke nämlich nicht lange offengelassen. Elisabeth: Genau. Für alle anderen Fälle finde ich es manchmal sogar ganz gut, wenn die Bank ein bis zwei Wochen braucht. Weil du in der Zeit den Notar-Prozess weitergetrieben hast. Und man darf nicht vergessen: Das sind Menschen, die treffen eine der größten Entscheidungen ihres Lebens. Für mich würde ein komisches Gefühl entstehen, wenn ich in 30 Minuten das Ergebnis habe und dann direkt zum Notar gehen kann. Da muss man schauen, ob das menschliche Gehirn bei dieser Schnelligkeit mitkommt. Marco: Es gibt Argumente in beide Richtungen. Du hast den positiven Fall, schnell Sicherheit zu haben. Auf der anderen Seite: Wie sicher kannst du dir sein, dass das wirklich die Finanzierung ist, die du brauchst? Elisabeth: Ich glaube, da besteht ein Risiko für die ING. Ich habe Kunden, die superängstlich sind – kriegen wir die Finanzierung oder nicht? Standardfall. Dann sage ich: Cool, wir machen kurz eine Instant-Baufi und haben schon mal eine Kreditgenehmigung. Und jetzt schauen wir, ob es was Besseres gibt. Wenn ja, tschüss ING. Die schnelle Kreditzusage ist da, und wenn andere Partner individueller sind oder die Marktphase günstiger ist, landet die ING auf dem Plan-B-Abstellgleis. „Die schnelle Kreditzusage ist da, und wenn dann andere Partner individueller sind oder die Marktphase günstiger ist, landet die ING auf dem Plan-B-Abstellgleis.“ Elisabeth: Man muss das im Vergleich betrachten. Wenn ich 30 Minuten ING gegenüberstelle – Sparkasse Südwest: Wir haben eine Auswertung gefahren, es gibt keinen einzigen Antrag, der nicht über 30 Tage braucht von Einreichung bis Bestätigung. Das sind Universen, die dazwischen liegen. Das kann ein Thema werden, wenn eine Immobilie umkämpft ist und man schnell reagieren muss. Im Umkehrschluss kann das dazu führen, dass die ING das einfache Geschäft abgrast und komplexere Fälle bei den Regiopartnern landen. Es ist ja auch richtig, dass eine Sparkasse länger prüfen muss, weil die höhere Beleihungsausläufe finanziert als eine ING. Aber man muss aufpassen, dass es im Rahmen bleibt. Marco: Das wird mittelfristig dazu führen, dass die Banken ihre Zielgruppen viel schärfer ausdefinieren müssen. Gut. Ich glaube, wir haben umfassend darüber gesprochen – etwas länger als wir wollten. Zwar heute nicht die schönsten, aber extrem wichtige News für alle, die sich mit dem WIBank-Darlehen beschäftigen. Wer das hört – frühestens am Mittwoch – hat noch eine halbe Woche Zeit. Da wird nicht mehr so viel gemacht werden können. Trotzdem war es uns wichtig, die Info direkt zu teilen. Danke fürs Zuhören – und bis bald, macht es gut. Elisabeth: Ciao, ciao.Die zentralen ErkenntnisseWIBank-Zinssatz steigt auf 1,6 %: Die Mehrbelastung beträgt rund 145 Euro monatlich bei 200.000 Euro Darlehenssumme – über zehn Jahre ca. 15.000 Euro. Im Vergleich zu Marktzinsen von 3,5–4 % bleibt die Förderung dennoch erheblich. Frist ohne Frist: Die Änderung wird ausschließlich im kostenpflichtigen Amtsblatt veröffentlicht, gilt sofort und ohne Übergangszeit. Wer im Antragsprozess ist, muss bis spätestens zur Veröffentlichung vollständige Unterlagen eingereicht haben. Lebenshaltungspauschalen verengen den Förderrahmen: Die erste Person zahlt jetzt 1.100 Euro statt 990 Euro, jede weitere Person 30 Euro mehr. Wer bisher knapp förderfähig war, kann durch diese Anpassung herausfallen. Eigenbedarfskündigung schließt Förderung aus: Wer eine vermietete Wohnung per Eigenbedarfskündigung erwerben möchte, verliert den WIBank-Förderanspruch – das steht in keinem öffentlichen Dokument, nur in einem internen Rundschreiben. Instant-Baufi greift nur bei Standardfällen: Bestands-Einfamilienhäuser, Darlehenssumme unter 600.000 Euro, einfache Grundrisse – alles außerhalb davon fällt raus. Realistisch sind laut Elisabeth deutlich unter 20 % aller Fälle. Digitaler Kontoblick ist kein echter Komfortgewinn: Kunden müssen sich bei jedem Konto einzeln einloggen. Da die ING unter 600.000 Euro sowieso nur drei Gehaltsabrechnungen verlangt, ist der Aufwand durch den Kontoblick oft größer als der klassische Weg. Instant-Baufi als strategischer Test: Die ING testet, wie marktfähig vollautomatisierte Entscheidungen sind. Für Vermittler bedeutet das: administrative Entlastung bei Standardfällen – nicht das Ende der Beratung.Links & DownloadsWIBank-Darlehen Neubau | https://www.wibank.de/wibank/hessen-darlehen-neubau WIBank-Darlehen Bestandserwerb | https://www.wibank.de/wibank/hessen-darlehen-bestandserwerb Instant-Baufi ING | https://www.ing.de/baufinanzierung/instant-baufi/ Folge zur WIBank-Förderung | https://bauffy.de/episode/wi-bank-darlehen-in-hessen-erklaert/ Folge zur ISB-Förderung Rheinland-Pfalz | https://bauffy.de/episode/isb-bank-foerderung-rheinland-pfalz-erklaert/Was ändert sich bei der WIBank-Förderung konkret? | Der Förderzinssatz steigt voraussichtlich von 0,6 % auf 1,6 %. Bei 200.000 Euro Darlehenssumme bedeutet das rund 145 Euro mehr pro Monat und ca. 15.000 Euro Mehrbelastung über zehn Jahre. Ab wann gilt die neue Kondition? | Ab dem Zeitpunkt der Amtsblatt-Veröffentlichung, voraussichtlich 15.06.2026 Es gibt keine Übergangsfrist. Die WIBank-Webseiten werden sofort angepasst. Gilt die Änderung auch für meinen laufenden Antrag? | Nur wenn der Antrag bereits beschieden wurde, gilt Bestandsschutz. Laufende Anträge sind betroffen – Förderstellen sichern alte Konditionen laut Elisabeth nur, wenn die Unterlagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vollständig vorliegen. Lohnt sich die WIBank-Förderung noch bei 1,6 %? | Laut Elisabeth ja – verglichen mit einem Marktzins von 3,5 bis 4 % bleibt der Fördereffekt erheblich. Was hat es mit den Lebenshaltungspauschalen auf sich? | Die WIBank setzt höhere Mindestbeträge pro Person an, die vom verfügbaren Einkommen abgezogen werden. Dadurch schrumpft der Überschuss, und mehr Haushalte fallen aus der Förderfähigkeit heraus. Kann ich eine vermietete Wohnung mit WIBank-Förderung kaufen? | Nur wenn der Mieter freiwillig einen Aufhebungsvertrag unterschreibt. Eine Eigenbedarfskündigung führt laut Elisabeth zum Förderausschluss – das ist in einem internen Rundschreiben festgelegt, steht aber nicht auf der Website. Was ist die Instant-Baufi und wie funktioniert sie? | Eine verbindliche Kreditzusage in maximal 30 Minuten: KI-Objekt-Check auf Basis öffentlicher Daten (Energieausweis reicht), digitaler Kontoblick für die Bonität, finale Entscheidung durch einen menschlichen Entscheider bei der ING. Für wen ist die Instant-Baufi geeignet? | Vor allem für Standardfälle unter 600.000 Euro Darlehenssumme bei Bestands-Einfamilienhäusern – und besonders sinnvoll beim Bankenwechsel kurz vor dem Notar-Termin bei fallendem Zins. Wie viele Fälle deckt die Instant-Baufi tatsächlich ab? | Laut Pressemitteilung 15–20 %, nach Einschätzung von Marco und Elisabeth realistisch eher eine von zehn Finanzierungen. Ab 600.000 Euro Darlehenssumme ist das Verfahren ausgeschlossen. Welches Risiko hat die ING mit der Instant-Baufi? | Laut Elisabeth könnte die schnelle Genehmigung als reine Vorab-Absicherung genutzt werden – und der Kunde wechselt dann zu einer individuelleren Bank. Die ING landet auf dem Plan-B-Abstellgleis. Gefährdet die Instant-Baufi den Vermittlerberuf? | Nach Einschätzung beider nicht. Elisabeth sieht sie als Entlastung bei Abwicklungsroutinen, damit mehr Kapazität für echte Beratung entsteht. Reine Produktdurchreicher ohne Mehrwert stehen dagegen unter Druck.
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