bauffy Podcast

ISB-Darlehen Wohneigentum Universell: Lohnt es sich wirklich für alle?

Erkenntnisse & Transkript

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Wie wirkt das ISB-Darlehen Wohneigentum Universell

Die ISB Rheinland-Pfalz bietet mit dem Darlehen Wohneigentum Universell ein Darlehen ohne Einkommens- und Größengrenzen an – und hat den Höchstbetrag gerade auf 250.000 Euro angehoben. Marco und Elisabeth besprechen, wie das nachrangige Darlehen gegenüber der Bank wie Eigenkapital wirkt, was es kostet und warum der Vorteil nur über den Mischzins entsteht. Und sie ordnen ein, warum es trotz der prominenten Vorstellung durch die ISB kein Baustein für jede Finanzierung ist.

„Das ist tatsächlich ein Darlehen für alle. Reich, arm, egal ob Wohnungsgröße, Einkommen – deswegen ist es wirklich universell.“
— Elisabeth

Wir erklären:

  • Was das Darlehen Wohneigentum Universell ist: Ein ISB-Darlehen ohne Einkommensgrenzen, dessen Höchstbetrag von 100.000 auf 250.000 Euro angehoben wurde.
  • Wie ein Nachrangdarlehen wirkt: Warum das Darlehen im Grundbuch an zweiter Stelle steht und gegenüber der Bank wie Eigenkapital wirkt.
  • Welche Konditionen gelten: 5 Prozent Zins, 20 Jahre Zinsbindung, 10 Prozent Sondertilgung und 10 Prozent Eigenkapital aus den Gesamtkosten.
  • Wie der Mischzins-Effekt entsteht: Warum der Zinssprung zwischen 100-, 90- und 80-Prozent-Finanzierung den Ausschlag gibt.
  • Für wen sich das Darlehen lohnt: Familien knapp über den Grenzen des geförderten Darlehens und Wohlhabende, die ihr angelegtes Vermögen nicht auflösen wollen.
  • Wann es sich nicht lohnt: Warum Käufer, die Nebenkosten plus 20 Prozent einbringen können, das Darlehen nicht brauchen.
  • Wie der Antrag läuft: Komplett digital, direkt bei der ISB, mit einer Entscheidung innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Die zentralen Erkenntnisse

  • Universell heißt ohne Einkommensgrenzen und größere Einschränkungen: Das Darlehen steht unabhängig von Einkommen und Wohnungs- oder Hausgröße zur Verfügung. Kleinere Einschränkungen gibt es dennoch: 10 Prozent Eigenkapital und ausschließlich selbstgenutzte Immobilien.
  • Es wirkt wie Eigenkapital: Als Nachrangdarlehen steht es im Grundbuch an zweiter Stelle. Die Bank bekommt ein besseres Risiko und kann statt der 100-Prozent- die 90-, 80- oder 70-Prozent-Konditionen geben.
  • Der Vorteil liegt im Mischzins, nicht im ISB-Zins: Das Universaldarlehen selbst kostet 5 Prozent, zusammen mit dem normalen Bankdarlehen kann sich ein attraktiverer Mischzins ergeben.
  • Der Hebel sitzt im oberen Finanzierungsbereich: Der Zinssprung zwischen 100 und 90 bzw. 80 Prozent ist erheblich, von 80 auf 60 Prozent dagegen gering. Sinnvoll ist das Darlehen vor allem im Bereich 80 oder eher 90 bis 100 Prozent.
  • Für viele Familien nicht nötig: Wer Nebenkosten plus 20 Prozent aus Kontoguthaben einbringen kann, bekommt bereits einen guten Zins – das Universaldarlehen würde die Finanzierung nur verteuern.
  • Schneller Prozess, aber kein Selbstläufer: Der Antrag geht digital direkt an die ISB und wird binnen ein bis zwei Wochen entschieden. In Elisabeths bisheriger Beratungspraxis gab es dennoch nicht viele Fälle, in denen das Darlehen am Ende wirklich Sinn gemacht hätte.

Das folgende Transkript wurde zur besseren Verständlichkeit redaktionell gekürzt und bearbeitet.

Zinslage: 3,58 Prozent und ein kurzes Fenster

Marco: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge beim bauffy Podcast. Mein Name ist Marco, und heute vertiefen wir das Thema ISB-Förderung in Rheinland-Pfalz, und zwar ganz konkret das Darlehen Wohneigentum universell. Bevor wir einsteigen, wie gewohnt erst einmal die Lage. Und hallo, Eli.

Elisabeth: Hallo Marco.

Marco: Lass uns mit der Lage starten. Wenn ich hier auf meinen Bildschirm gucke: 3,58. Wir sind heute Dienstagnachmittag unterwegs, etwas später in der Aufnahme, weil wir wieder im Urlaub am Thumsee sind. Regelmäßige Hörer werden es wissen. Darum soll es nicht gehen. 3,58 – wir sind einen Tick tiefer als die Rekordstände, die wir in den vergangenen Wochen hatten. Bedeutet das, dass der Zins jetzt überall nach unten geht?

Elisabeth: Halleluja, das bedeutet es. Eigentlich alles, was bei drei nicht offen war, geht auch wieder runter. Allen voran die ING, die Commerzbank, die Frankfurter Sparkasse – die machen das ja sowieso immer dienstags – und alle Sparkassen und Volksbanken. Deswegen bin ich sehr froh, dass wir jetzt wirklich sofort reagiert haben. Es war aber auch ein extremes historisches Zinshoch. Ich kann mir einfach vorstellen: Die Banken wollen dieses Jahr noch Geschäft haben. Die werden das jetzt wirklich sehr eng kalibrieren.

Marco: Bedeutet: Wenn ich noch keinen Vertrag unterschrieben habe und gerade im Prozess stecke, lohnt sich wahrscheinlich die Frage, ob da noch was geht?

Elisabeth: Wenn man letzte Woche ganz frisch einen Zinssatz gesichert hat, dann sollte man, wenn das kein alter Einstand war, auf jeden Fall beim Berater noch einmal nachfragen, ob irgendwo etwas Besseres zu haben ist. Dieses extreme Hoch war gar nicht so lange da, es ist also ein kleines Fenster. Aber alle, die letzte Woche gesichert haben: auf jeden Fall noch einmal nachfragen.

Marco: Fenster nutzen, würde ich sagen, wenn es da ist.

Anlass: die Vorstellung bei der Sparda Südwest

Marco: Hast du noch einen Punkt zur Lage? Ansonsten gehen wir weiter zum Thema ISB-Förderung Wohneigentum universell. Kannst du uns einmal erklären, was dahintersteckt und vielleicht auch, wie sich das zur bereits besprochenen ISB-Förderung abgrenzt?

Elisabeth: Ja, wir haben das noch einmal aufgegriffen, und vielleicht auch, warum: Letzte Woche war ich bei der wundervollen Sparda Südwest, die hat einen Netzwerkabend veranstaltet.

Marco: Grüße gehen raus.

Elisabeth: Grüße gehen raus, genau. Und da war die ISB in Form von Herrn Jung anwesend, der diese Förderung vorgestellt hat. Fand ich ganz gut, war mir vorher auch bekannt. Dann haben wir durch unsere Podcastfolgen geguckt und gesehen: Dazu haben wir ja noch keine Folge gemacht.

Ein Darlehen für alle: Höchstbetrag 250.000 Euro

Elisabeth: Das ist tatsächlich ein Darlehen für alle. Reich, arm, egal ob Wohnungsgröße, Einkommen – deswegen ist es wirklich universell.

„Das ist tatsächlich ein Darlehen für alle. Reich, arm, egal ob Wohnungsgröße, Einkommen – deswegen ist es wirklich universell.“

Marco: Gibt es gar keine Grenzen oder gar keine Einschränkungen?

Elisabeth: Nichts. Es ist wirklich spannend. Die Höchstgrenze des Darlehens lag bei 100.000 Euro. Und deswegen wurde es letzte Woche auch noch einmal von der ISB in Zusammenarbeit mit der Sparda vorgestellt: Der Höchstbetrag ist auf 250.000 Euro angehoben worden.

Marco: Sprich, auch eine Neuerung.

Nachrang: Wie das Darlehen wie Eigenkapital wirkt

Elisabeth: Absolut, genau. Es ist ein sogenanntes Nachrangdarlehen. Das bedeutet, dass es im Grundbuch an die zweite Stelle kommt. Und warum macht man das? Man hat dadurch den Effekt, dass man bei den Bankkonditionen, beispielsweise von der Sparda Südwest, nicht die 100-Prozent-, sondern vielleicht die 90-, 80- oder 70-Prozent-Konditionen bekommen kann und dadurch wirklich effektiv Geld sparen kann.

Marco: Es wirkt dann wie Eigenkapital, wenn ich das noch richtig aus anderen Themen im Kopf habe.

Elisabeth: Das hast du sehr richtig im Kopf, muss ich sagen.

Marco: Es ist kein Eigenkapital, es wirkt so.

Elisabeth: Genau. Es ist ein Eigenkapitalersatzdarlehen, so kann man das nennen. Und wie gesagt, der Vorteil – warum mache ich das? Weil ich dann bei der Bank einen besseren Zinssatz bekomme, die Bank ein besseres Risiko bekommt und man insgesamt beim Mischzins besser liegen kann.

Konditionen: 5 Prozent, 20 Jahre, 10 Prozent Eigenkapital

Elisabeth: Jetzt ist es natürlich so, dass die ISB keine Wohlfahrt ist. Wir haben ja schon gelernt: Gute Zinssätze können die nicht. Wenn man sich das geförderte Darlehen anschaut, das liegt mittlerweile bei 3,8 Prozent, liegt das Universaldarlehen bei süßen 5 Prozent. Man kriegt 20 Jahre Zinsbindung, kann aber auch nicht in unbegrenzter Höhe zurückzahlen. Die Sondertilgungsmöglichkeit liegt bei 10 Prozent, da muss man schon aufpassen.

„Jetzt ist es natürlich so, dass die ISB keine Wohlfahrt ist. Wir haben ja schon gelernt: Gute Zinssätze können die nicht.“

Elisabeth: Aber wie gesagt, das kann schon Sinn machen, wenn man nicht viel Eigenkapital mitbringt. Man muss, wie bei allen Förderdarlehen, 10 Prozent der Gesamtkosten aus Eigenkapital mitbringen. Oder – die Besonderheit bei der ISB – man kann auch die Nebenkosten noch einmal über ein Darlehen laufen lassen. Das muss dann aber im Grundbuch noch einmal hinter die ISB kommen. Dann ist das ein bisschen trickier, es ist dann einem Privatkredit gleichzusetzen. Und dann muss man ohnehin überlegen, ob die Rate insgesamt für die Finanzierung Sinn macht.

Mischzins-Effekt und Zielgruppen

Marco: Wenn ich das richtig verstehe, liegt der große Vorteil dieses Universaldarlehens darin, dass es nachrangig läuft und dementsprechend der Mischzins aus den beiden Darlehen, die ich aufnehmen würde, mutmaßlich attraktiver ist, als wenn ich einfach nur das – in Anführungszeichen – normale Bankdarlehen nutze.

Elisabeth: Absolut. Das hatten wir ja auch schon mal: Der Zinssprung zwischen 100-Prozent-Finanzierung und beispielsweise 90-Prozent-Finanzierung ist schon erheblich. Und der Unterschied zwischen 100 und 80 ist dann noch einmal größer. Anders, als wenn ich von 80 auf 60 springe – da ist der Effekt gar nicht mal so groß.

Marco: Hat man ja auch an anderer Stelle schon gelernt: Das Eigenkapital ist halt der größte Hebel. Und da das dann so wirkt, macht das einen großen Unterschied.

„Das Eigenkapital ist halt der größte Hebel.“

Elisabeth: Genau. Und dadurch, dass es jetzt auch in der Höhe angepasst wurde, kann ich die Höhe genauso austarieren, dass ich einen guten Auslauf bekomme. Dass ich zum Beispiel sage: Von den 500.000 Euro mache ich exakt 80 Prozent, und der Rest wird über das ISB-Darlehen gestellt. Und wie gesagt, ich muss halt diese 10 Prozent haben. Das ist, denke ich, bei den Familien, bei denen es darauf ankommt, die hakeligste Sache.

Elisabeth: Ich sehe hier tatsächlich zwei Gruppen, für die das interessant sein kann. Zum einen die Familien, die vielleicht ein größeres Haus kaufen, bei denen wir das Problem haben, dass wir das geförderte Darlehen nicht bekommen können, oder die einfach gerade so über den Einkommensgrenzen liegen. Und dann vielleicht auch sehr wohlhabende Menschen, die sagen: Hey, wir wollen das Eigenkapital, das vielleicht in Aktien etc. angelegt ist, in den Assets drin lassen und zahlen lieber eine höhere Rate. Weil die 5 Prozent immer noch günstiger sind, als wenn ich meine Assets mit Renditen jenseits der 10 Prozent auflöse.

Wann sich das Darlehen nicht lohnt

Marco: Würdest du denn sagen, wenn ich jetzt in Rheinland-Pfalz eine Immobilie kaufe und finanziere, dass es pauschal bei jeder Finanzierung Sinn macht, das mit einzubinden? Oder gibt es Fälle, bei denen du sagst, da passt es vielleicht nicht so ganz?

Elisabeth: Mir ist bei der Vorstellung letzte Woche tatsächlich extrem hart aufgestoßen, dass die ISB das wirklich so prominent als das Nonplusultra und die einzige Möglichkeit vorgestellt hat. Sie hat auch sehr oft gesagt: Das geförderte Darlehen ist ja so komplex, das ist nicht so einfach, das kriegt man ja kaum. Die hat also von ihrer eigenen Förderung ein Stück weit sehr schlecht gesprochen, wo ich mir die ganze Zeit gedacht habe: Ja, dann macht die Förderung doch besser.

Elisabeth: Ich denke, Familien, die kein großes Aktienvermögen haben, sondern bei denen alles auf dem Konto liegt, und die gut die Nebenkosten plus 20 Prozent einsetzen können, werden das tatsächlich nicht brauchen. Weil der Zinssatz dann einfach gut genug ist und kein positiver Effekt entsteht, sondern es die ganze Sache nur verteuern würde. Deswegen glaube ich, das sind genau diese Gruppen, für die das spannend werden kann. Und die ISB hat auch erzählt, dass dieses Darlehen, seitdem die Zinsen so hochgegangen sind, extrem an Bedeutung gewonnen hat. Da sind die Zahlen extrem hochgegangen.

„Ich denke, Familien, die kein großes Aktienvermögen haben, sondern bei denen alles auf dem Konto liegt, und die gut die Nebenkosten plus 20 Prozent einsetzen können, werden das tatsächlich nicht brauchen.“

Zinsanpassung und digitaler Antrag

Marco: Wird der Zins des universellen Darlehens denn regelmäßig angepasst? Weil am Ende des Tages, dadurch, dass die Zinsen jetzt so steigen – wenn die ISB nicht so schnell nachzieht, wie die Zinsen steigen, ist das ja auch relativ einfache Arbitrage, weil das Gap kleiner wird.

Elisabeth: Da muss ich sagen, ist die ISB auf jeden Fall schneller als die WIBank. Die WIBank hat ja drei Jahre gebraucht, um mal um ein Prozent anzuziehen. Die haben einfach mehr Geld in der Kasse. Rheinland-Pfalz ist arm – nee, aber anderes Thema. Als der Kollege, Herr Jung, das vorgestellt hat, lag der Zinssatz anscheinend noch bei 4,90 Prozent und ist dann an dem Tag auf 5 Prozent angepasst worden.

Marco: Also da muss man schon auch ein Auge drauf haben, wo er gerade wirklich steht.

Elisabeth: Aber der wird teuer sein. Man merkt ja, das ist kein günstiges Darlehen, deswegen muss man wirklich nur so viel nehmen wie nötig. Von den Parametern her ist das aber ganz cool, weil die Antragstellung komplett digital funktioniert. Und dadurch, dass es keine Prüfungspunkte hat und nicht über die Förderstelle gehen muss, sondern direkt an die ISB geschickt wird, wird innerhalb von einer, maximal zwei Wochen entschieden.

Marco: Das ist ja durchaus ein Vorteil, weil Förderungen, haben wir ja gelernt, auch mal etwas länger dauern können.

Elisabeth: Ja, das ist tatsächlich ganz cool. Es spricht vieles für die Förderung. Ich habe mir jetzt auch vorgenommen, dass ich das ein bisschen mehr mit reinnehmen werde. Nur wenn ich meine ganze Beratung Revue passieren lasse, gibt es eigentlich nicht so viele Fälle, bei denen ich gesagt hätte, dass es am Ende des Tages wirklich Sinn macht. Aber für den Bereich 80 oder eher 90 bis 100 Prozent kann das schon sehr spannend werden. Oder für sehr gut verdienende Kunden, die vielleicht sogar 100 Prozent finanzieren wollen, weil sie die Assets einfach nicht anpacken wollen.

Marco: Und man darf auch nicht vergessen: Das ist immer noch kein geschenktes Geld, sondern wir sprechen über 5 Prozent Zinsen. Ohne jetzt eine Rechnung vor Augen zu haben: Der Sweet Spot, der Korridor, wird wahrscheinlich gar nicht mal so groß sein, wie er vielleicht auf den ersten Blick wirkt. Hast du da noch Punkte oder Anmerkungen?

„Man merkt ja, das ist kein günstiges Darlehen, deswegen muss man wirklich nur so viel nehmen wie nötig.“

Tilgung, Wohnraumförderung und Selbstnutzer

Elisabeth: Das ist eine sehr übersichtliche Förderung, wir haben da keine Spezialitäten. Was noch ganz witzig ist und was die aktuell noch bearbeiten: Die Tilgung, also die Rückzahlung, liegt für junge Antragsteller bei 1,55 Prozent. Wenn die Antragsteller über 70 sind, rutscht sie auf drei oder vier Prozent. Da hat Herr Jung von der ISB ein bisschen gelacht, weil die Laufzeit dann kürzer ist als die 20 Jahre Zinsbindung und sich die Kollegen gefragt haben, wie der Vertrag dann wohl aussehen soll. Das wird also noch geprüft. Das sind die Detailparameter. Wir werden aber das PDF mit den Charakteristika oder einen Link zur Förderung in die Shownotes stellen, dann kann man sich das im Detail noch einmal durchlesen.

Marco: Genau, und ansonsten fragt den Berater eures Vertrauens. Für alle, die sich jetzt vielleicht fragen: Universaldarlehen – wie sieht es denn mit der Wohnraumförderung der ISB aus? Mein Vorschlag: Wir verlinken die Folge, die wir dazu gemacht haben. Das werden wir heute nicht noch einmal wiederholen, das haben wir im Detail durchbesprochen. Die Quintessenz, die ich mir damals mitgenommen habe: Vom Zinssatz her ist es keine so attraktive Förderung, wie man sie beispielsweise aus Hessen von der WIBank kennt. Allerdings hat sie in ausgewählten Fällen durchaus strukturelle Vorteile. Dementsprechend, für alle, für die das relevant ist: hört rein.

Elisabeth: Ein Punkt fällt mir gerade noch ein: Bevor die Kapitalanleger sich zu früh freuen – das Ding ist für Selbstgenutzte.

„Bevor die Kapitalanleger sich zu früh freuen – das Ding ist für Selbstgenutzte.“

Marco: Dann gibt es doch eine Einschränkung.

Elisabeth: Sonst sehe ich jetzt gerade schon alle unsere Kapitalanleger, die uns zuhören, mit den Augen funkeln.

Stimmung in der Baufinanzierungsbranche

Marco: Ich hoffe, wir haben geduldige Kapitalanleger, die bis zum Ende zuhören. Was mich jetzt noch interessieren würde, angesichts der Tatsache, dass das Thema durch den Abend bei der Sparda Südwest aufkam: Wie ist denn da generell gerade die Stimmung? Als jemand, der nicht dabei war – hohe Zinsen, hoher Swap: Wie sehen die Banken, wie sieht eine ISB, eine Sparda das? Wie sind die Branchen-Vibes?

Elisabeth: Grundsätzlich kriege ich schon mit, dass die ganzen Großen ein bisschen weniger zu tun haben, was aber auch einfach daran liegt, dass die …

Marco: Mit den Großen meinst du jetzt die Interhyps und Baufi24s dieser Welt.

Elisabeth: Exakt. Die sind aber auch einfach Standardgeschäft, oberflächlicher und deswegen nicht so in dieser Tiefe drin. Wenn man da mal rumfragen würde, wer die Förderung kennt, die wir heute besprochen haben, würde es wahrscheinlich ganz schnell ganz dünn werden. Und deswegen sind das natürlich die Ersten, die es merken, wenn der Markt hochgeht. Tatsächlich ist es aber so, dass der Baufinanzierungsmarkt so riesig ist, dass die, die mit Qualität unterwegs sind, jetzt auch keinen großen Einbruch spüren.

„Tatsächlich ist es aber so, dass der Baufinanzierungsmarkt so riesig ist, dass die, die mit Qualität unterwegs sind, jetzt auch keinen großen Einbruch spüren.“

Elisabeth: Und auch eine Sparda Südwest ist wirklich ein sehr guter Partner im Markt. Was genau diesen 80- bis 100-Prozent-Bereich angeht, fühlen die sich sehr wohl. Es ist auch eine Bank, die wirklich mal um die Ecke denkt, wo noch Menschen Entscheidungen treffen. Das ist ein regionaler Partner, die werden immer Arbeit haben. Es ist eher so, dass die sich manchmal selbst im Weg stehen, wenn die Bearbeitungszeiten zu lang werden. Aber das sind eher interne Themen.

Marco: Da hilft dann so eine Zinsphase im Zweifel, um mal wieder ein bisschen runterzukommen.

Elisabeth: Das stimmt allerdings. Grundsätzlich ist es einfach ein bisschen schwieriger geworden, man muss wirklich genau hinschauen. Und es ist auch nicht jeder Fall direkt umsetzbar. Ich habe jetzt auch wieder öfter Gespräche geführt, in denen ich Menschen gegen eine Immobilie beraten habe, weil es von der Rate einfach zu viel war. Diese 0,7 Prozent, die die letzten zwei, drei Wochen im Markt gesteckt haben, die merkt man einfach. Ganz klar.

Marco: Wenn du sagst, 0,7 Prozent, die im Markt stecken – was meinst du damit genau?

Elisabeth: Die Zinsentwicklung, seitdem der Iran-Krieg angefangen hat. Die Erhöhung bei der Zinsentwicklung.

Marco: Klingt also am Ende des Tages so, wie man es vielleicht auch vermuten würde: Es gibt eine Unsicherheit, und da, wo Masse entscheidet, fehlt aufgrund der Unsicherheit ein Stück weit Masse. Hast du noch Punkte oder Anmerkungen zu heute?

Abschluss

Elisabeth: Wir sind sehr gut durchgekommen.

Marco: Finde ich auch. Heute eine etwas kürzere Folge im Vergleich zu den letzten Wochen. War bewusst so angelegt, um einmal das ISB-Universaldarlehen vorzustellen. Wie Eli schon gesagt hat: Den Link packen wir in die Shownotes für alle, die nachlesen wollen, genauso wie den zu unserer Folge zur Wohnraumförderung der ISB. Und ansonsten: Vielen Dank fürs Zuhören mal wieder, und bis bald. Macht’s gut und bleibt gesund.

Elisabeth: Ciao, ciao.

Die zentralen Erkenntnisse

  • Universell heißt ohne Einkommensgrenzen und größere Einschränkungen: Das Darlehen steht unabhängig von Einkommen und Wohnungs- oder Hausgröße zur Verfügung. Kleinere Einschränkungen gibt es dennoch: 10 Prozent Eigenkapital und ausschließlich selbstgenutzte Immobilien.
  • Es wirkt wie Eigenkapital: Als Nachrangdarlehen steht es im Grundbuch an zweiter Stelle. Die Bank bekommt ein besseres Risiko und kann statt der 100-Prozent- die 90-, 80- oder 70-Prozent-Konditionen geben.
  • Der Vorteil liegt im Mischzins, nicht im ISB-Zins: Das Universaldarlehen selbst kostet 5 Prozent, zusammen mit dem normalen Bankdarlehen kann sich ein attraktiverer Mischzins ergeben.
  • Der Hebel sitzt im oberen Finanzierungsbereich: Der Zinssprung zwischen 100 und 90 bzw. 80 Prozent ist erheblich, von 80 auf 60 Prozent dagegen gering. Sinnvoll ist das Darlehen vor allem im Bereich 80 oder eher 90 bis 100 Prozent.
  • Für viele Familien nicht nötig: Wer Nebenkosten plus 20 Prozent aus Kontoguthaben einbringen kann, bekommt bereits einen guten Zins – das Universaldarlehen würde die Finanzierung nur verteuern.
  • Schneller Prozess, aber kein Selbstläufer: Der Antrag geht digital direkt an die ISB und wird binnen ein bis zwei Wochen entschieden. In Elisabeths bisheriger Beratungspraxis gab es dennoch nicht viele Fälle, in denen das Darlehen am Ende wirklich Sinn gemacht hätte.

Das folgende Transkript wurde zur besseren Verständlichkeit redaktionell gekürzt und bearbeitet.

Zinslage: 3,58 Prozent und ein kurzes Fenster

Marco: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge beim bauffy Podcast. Mein Name ist Marco, und heute vertiefen wir das Thema ISB-Förderung in Rheinland-Pfalz, und zwar ganz konkret das Darlehen Wohneigentum universell. Bevor wir einsteigen, wie gewohnt erst einmal die Lage. Und hallo, Eli.

Elisabeth: Hallo Marco.

Marco: Lass uns mit der Lage starten. Wenn ich hier auf meinen Bildschirm gucke: 3,58. Wir sind heute Dienstagnachmittag unterwegs, etwas später in der Aufnahme, weil wir wieder im Urlaub am Thumsee sind. Regelmäßige Hörer werden es wissen. Darum soll es nicht gehen. 3,58 – wir sind einen Tick tiefer als die Rekordstände, die wir in den vergangenen Wochen hatten. Bedeutet das, dass der Zins jetzt überall nach unten geht?

Elisabeth: Halleluja, das bedeutet es. Eigentlich alles, was bei drei nicht offen war, geht auch wieder runter. Allen voran die ING, die Commerzbank, die Frankfurter Sparkasse – die machen das ja sowieso immer dienstags – und alle Sparkassen und Volksbanken. Deswegen bin ich sehr froh, dass wir jetzt wirklich sofort reagiert haben. Es war aber auch ein extremes historisches Zinshoch. Ich kann mir einfach vorstellen: Die Banken wollen dieses Jahr noch Geschäft haben. Die werden das jetzt wirklich sehr eng kalibrieren.

Marco: Bedeutet: Wenn ich noch keinen Vertrag unterschrieben habe und gerade im Prozess stecke, lohnt sich wahrscheinlich die Frage, ob da noch was geht?

Elisabeth: Wenn man letzte Woche ganz frisch einen Zinssatz gesichert hat, dann sollte man, wenn das kein alter Einstand war, auf jeden Fall beim Berater noch einmal nachfragen, ob irgendwo etwas Besseres zu haben ist. Dieses extreme Hoch war gar nicht so lange da, es ist also ein kleines Fenster. Aber alle, die letzte Woche gesichert haben: auf jeden Fall noch einmal nachfragen.

Marco: Fenster nutzen, würde ich sagen, wenn es da ist.

Anlass: die Vorstellung bei der Sparda Südwest

Marco: Hast du noch einen Punkt zur Lage? Ansonsten gehen wir weiter zum Thema ISB-Förderung Wohneigentum universell. Kannst du uns einmal erklären, was dahintersteckt und vielleicht auch, wie sich das zur bereits besprochenen ISB-Förderung abgrenzt?

Elisabeth: Ja, wir haben das noch einmal aufgegriffen, und vielleicht auch, warum: Letzte Woche war ich bei der wundervollen Sparda Südwest, die hat einen Netzwerkabend veranstaltet.

Marco: Grüße gehen raus.

Elisabeth: Grüße gehen raus, genau. Und da war die ISB in Form von Herrn Jung anwesend, der diese Förderung vorgestellt hat. Fand ich ganz gut, war mir vorher auch bekannt. Dann haben wir durch unsere Podcastfolgen geguckt und gesehen: Dazu haben wir ja noch keine Folge gemacht.

Ein Darlehen für alle: Höchstbetrag 250.000 Euro

Elisabeth: Das ist tatsächlich ein Darlehen für alle. Reich, arm, egal ob Wohnungsgröße, Einkommen – deswegen ist es wirklich universell.

„Das ist tatsächlich ein Darlehen für alle. Reich, arm, egal ob Wohnungsgröße, Einkommen – deswegen ist es wirklich universell.“

Marco: Gibt es gar keine Grenzen oder gar keine Einschränkungen?

Elisabeth: Nichts. Es ist wirklich spannend. Die Höchstgrenze des Darlehens lag bei 100.000 Euro. Und deswegen wurde es letzte Woche auch noch einmal von der ISB in Zusammenarbeit mit der Sparda vorgestellt: Der Höchstbetrag ist auf 250.000 Euro angehoben worden.

Marco: Sprich, auch eine Neuerung.

Nachrang: Wie das Darlehen wie Eigenkapital wirkt

Elisabeth: Absolut, genau. Es ist ein sogenanntes Nachrangdarlehen. Das bedeutet, dass es im Grundbuch an die zweite Stelle kommt. Und warum macht man das? Man hat dadurch den Effekt, dass man bei den Bankkonditionen, beispielsweise von der Sparda Südwest, nicht die 100-Prozent-, sondern vielleicht die 90-, 80- oder 70-Prozent-Konditionen bekommen kann und dadurch wirklich effektiv Geld sparen kann.

Marco: Es wirkt dann wie Eigenkapital, wenn ich das noch richtig aus anderen Themen im Kopf habe.

Elisabeth: Das hast du sehr richtig im Kopf, muss ich sagen.

Marco: Es ist kein Eigenkapital, es wirkt so.

Elisabeth: Genau. Es ist ein Eigenkapitalersatzdarlehen, so kann man das nennen. Und wie gesagt, der Vorteil – warum mache ich das? Weil ich dann bei der Bank einen besseren Zinssatz bekomme, die Bank ein besseres Risiko bekommt und man insgesamt beim Mischzins besser liegen kann.

Konditionen: 5 Prozent, 20 Jahre, 10 Prozent Eigenkapital

Elisabeth: Jetzt ist es natürlich so, dass die ISB keine Wohlfahrt ist. Wir haben ja schon gelernt: Gute Zinssätze können die nicht. Wenn man sich das geförderte Darlehen anschaut, das liegt mittlerweile bei 3,8 Prozent, liegt das Universaldarlehen bei süßen 5 Prozent. Man kriegt 20 Jahre Zinsbindung, kann aber auch nicht in unbegrenzter Höhe zurückzahlen. Die Sondertilgungsmöglichkeit liegt bei 10 Prozent, da muss man schon aufpassen.

„Jetzt ist es natürlich so, dass die ISB keine Wohlfahrt ist. Wir haben ja schon gelernt: Gute Zinssätze können die nicht.“

Elisabeth: Aber wie gesagt, das kann schon Sinn machen, wenn man nicht viel Eigenkapital mitbringt. Man muss, wie bei allen Förderdarlehen, 10 Prozent der Gesamtkosten aus Eigenkapital mitbringen. Oder – die Besonderheit bei der ISB – man kann auch die Nebenkosten noch einmal über ein Darlehen laufen lassen. Das muss dann aber im Grundbuch noch einmal hinter die ISB kommen. Dann ist das ein bisschen trickier, es ist dann einem Privatkredit gleichzusetzen. Und dann muss man ohnehin überlegen, ob die Rate insgesamt für die Finanzierung Sinn macht.

Mischzins-Effekt und Zielgruppen

Marco: Wenn ich das richtig verstehe, liegt der große Vorteil dieses Universaldarlehens darin, dass es nachrangig läuft und dementsprechend der Mischzins aus den beiden Darlehen, die ich aufnehmen würde, mutmaßlich attraktiver ist, als wenn ich einfach nur das – in Anführungszeichen – normale Bankdarlehen nutze.

Elisabeth: Absolut. Das hatten wir ja auch schon mal: Der Zinssprung zwischen 100-Prozent-Finanzierung und beispielsweise 90-Prozent-Finanzierung ist schon erheblich. Und der Unterschied zwischen 100 und 80 ist dann noch einmal größer. Anders, als wenn ich von 80 auf 60 springe – da ist der Effekt gar nicht mal so groß.

Marco: Hat man ja auch an anderer Stelle schon gelernt: Das Eigenkapital ist halt der größte Hebel. Und da das dann so wirkt, macht das einen großen Unterschied.

„Das Eigenkapital ist halt der größte Hebel.“

Elisabeth: Genau. Und dadurch, dass es jetzt auch in der Höhe angepasst wurde, kann ich die Höhe genauso austarieren, dass ich einen guten Auslauf bekomme. Dass ich zum Beispiel sage: Von den 500.000 Euro mache ich exakt 80 Prozent, und der Rest wird über das ISB-Darlehen gestellt. Und wie gesagt, ich muss halt diese 10 Prozent haben. Das ist, denke ich, bei den Familien, bei denen es darauf ankommt, die hakeligste Sache.

Elisabeth: Ich sehe hier tatsächlich zwei Gruppen, für die das interessant sein kann. Zum einen die Familien, die vielleicht ein größeres Haus kaufen, bei denen wir das Problem haben, dass wir das geförderte Darlehen nicht bekommen können, oder die einfach gerade so über den Einkommensgrenzen liegen. Und dann vielleicht auch sehr wohlhabende Menschen, die sagen: Hey, wir wollen das Eigenkapital, das vielleicht in Aktien etc. angelegt ist, in den Assets drin lassen und zahlen lieber eine höhere Rate. Weil die 5 Prozent immer noch günstiger sind, als wenn ich meine Assets mit Renditen jenseits der 10 Prozent auflöse.

Wann sich das Darlehen nicht lohnt

Marco: Würdest du denn sagen, wenn ich jetzt in Rheinland-Pfalz eine Immobilie kaufe und finanziere, dass es pauschal bei jeder Finanzierung Sinn macht, das mit einzubinden? Oder gibt es Fälle, bei denen du sagst, da passt es vielleicht nicht so ganz?

Elisabeth: Mir ist bei der Vorstellung letzte Woche tatsächlich extrem hart aufgestoßen, dass die ISB das wirklich so prominent als das Nonplusultra und die einzige Möglichkeit vorgestellt hat. Sie hat auch sehr oft gesagt: Das geförderte Darlehen ist ja so komplex, das ist nicht so einfach, das kriegt man ja kaum. Die hat also von ihrer eigenen Förderung ein Stück weit sehr schlecht gesprochen, wo ich mir die ganze Zeit gedacht habe: Ja, dann macht die Förderung doch besser.

Elisabeth: Ich denke, Familien, die kein großes Aktienvermögen haben, sondern bei denen alles auf dem Konto liegt, und die gut die Nebenkosten plus 20 Prozent einsetzen können, werden das tatsächlich nicht brauchen. Weil der Zinssatz dann einfach gut genug ist und kein positiver Effekt entsteht, sondern es die ganze Sache nur verteuern würde. Deswegen glaube ich, das sind genau diese Gruppen, für die das spannend werden kann. Und die ISB hat auch erzählt, dass dieses Darlehen, seitdem die Zinsen so hochgegangen sind, extrem an Bedeutung gewonnen hat. Da sind die Zahlen extrem hochgegangen.

„Ich denke, Familien, die kein großes Aktienvermögen haben, sondern bei denen alles auf dem Konto liegt, und die gut die Nebenkosten plus 20 Prozent einsetzen können, werden das tatsächlich nicht brauchen.“

Zinsanpassung und digitaler Antrag

Marco: Wird der Zins des universellen Darlehens denn regelmäßig angepasst? Weil am Ende des Tages, dadurch, dass die Zinsen jetzt so steigen – wenn die ISB nicht so schnell nachzieht, wie die Zinsen steigen, ist das ja auch relativ einfache Arbitrage, weil das Gap kleiner wird.

Elisabeth: Da muss ich sagen, ist die ISB auf jeden Fall schneller als die WIBank. Die WIBank hat ja drei Jahre gebraucht, um mal um ein Prozent anzuziehen. Die haben einfach mehr Geld in der Kasse. Rheinland-Pfalz ist arm – nee, aber anderes Thema. Als der Kollege, Herr Jung, das vorgestellt hat, lag der Zinssatz anscheinend noch bei 4,90 Prozent und ist dann an dem Tag auf 5 Prozent angepasst worden.

Marco: Also da muss man schon auch ein Auge drauf haben, wo er gerade wirklich steht.

Elisabeth: Aber der wird teuer sein. Man merkt ja, das ist kein günstiges Darlehen, deswegen muss man wirklich nur so viel nehmen wie nötig. Von den Parametern her ist das aber ganz cool, weil die Antragstellung komplett digital funktioniert. Und dadurch, dass es keine Prüfungspunkte hat und nicht über die Förderstelle gehen muss, sondern direkt an die ISB geschickt wird, wird innerhalb von einer, maximal zwei Wochen entschieden.

Marco: Das ist ja durchaus ein Vorteil, weil Förderungen, haben wir ja gelernt, auch mal etwas länger dauern können.

Elisabeth: Ja, das ist tatsächlich ganz cool. Es spricht vieles für die Förderung. Ich habe mir jetzt auch vorgenommen, dass ich das ein bisschen mehr mit reinnehmen werde. Nur wenn ich meine ganze Beratung Revue passieren lasse, gibt es eigentlich nicht so viele Fälle, bei denen ich gesagt hätte, dass es am Ende des Tages wirklich Sinn macht. Aber für den Bereich 80 oder eher 90 bis 100 Prozent kann das schon sehr spannend werden. Oder für sehr gut verdienende Kunden, die vielleicht sogar 100 Prozent finanzieren wollen, weil sie die Assets einfach nicht anpacken wollen.

Marco: Und man darf auch nicht vergessen: Das ist immer noch kein geschenktes Geld, sondern wir sprechen über 5 Prozent Zinsen. Ohne jetzt eine Rechnung vor Augen zu haben: Der Sweet Spot, der Korridor, wird wahrscheinlich gar nicht mal so groß sein, wie er vielleicht auf den ersten Blick wirkt. Hast du da noch Punkte oder Anmerkungen?

„Man merkt ja, das ist kein günstiges Darlehen, deswegen muss man wirklich nur so viel nehmen wie nötig.“

Tilgung, Wohnraumförderung und Selbstnutzer

Elisabeth: Das ist eine sehr übersichtliche Förderung, wir haben da keine Spezialitäten. Was noch ganz witzig ist und was die aktuell noch bearbeiten: Die Tilgung, also die Rückzahlung, liegt für junge Antragsteller bei 1,55 Prozent. Wenn die Antragsteller über 70 sind, rutscht sie auf drei oder vier Prozent. Da hat Herr Jung von der ISB ein bisschen gelacht, weil die Laufzeit dann kürzer ist als die 20 Jahre Zinsbindung und sich die Kollegen gefragt haben, wie der Vertrag dann wohl aussehen soll. Das wird also noch geprüft. Das sind die Detailparameter. Wir werden aber das PDF mit den Charakteristika oder einen Link zur Förderung in die Shownotes stellen, dann kann man sich das im Detail noch einmal durchlesen.

Marco: Genau, und ansonsten fragt den Berater eures Vertrauens. Für alle, die sich jetzt vielleicht fragen: Universaldarlehen – wie sieht es denn mit der Wohnraumförderung der ISB aus? Mein Vorschlag: Wir verlinken die Folge, die wir dazu gemacht haben. Das werden wir heute nicht noch einmal wiederholen, das haben wir im Detail durchbesprochen. Die Quintessenz, die ich mir damals mitgenommen habe: Vom Zinssatz her ist es keine so attraktive Förderung, wie man sie beispielsweise aus Hessen von der WIBank kennt. Allerdings hat sie in ausgewählten Fällen durchaus strukturelle Vorteile. Dementsprechend, für alle, für die das relevant ist: hört rein.

Elisabeth: Ein Punkt fällt mir gerade noch ein: Bevor die Kapitalanleger sich zu früh freuen – das Ding ist für Selbstgenutzte.

„Bevor die Kapitalanleger sich zu früh freuen – das Ding ist für Selbstgenutzte.“

Marco: Dann gibt es doch eine Einschränkung.

Elisabeth: Sonst sehe ich jetzt gerade schon alle unsere Kapitalanleger, die uns zuhören, mit den Augen funkeln.

Stimmung in der Baufinanzierungsbranche

Marco: Ich hoffe, wir haben geduldige Kapitalanleger, die bis zum Ende zuhören. Was mich jetzt noch interessieren würde, angesichts der Tatsache, dass das Thema durch den Abend bei der Sparda Südwest aufkam: Wie ist denn da generell gerade die Stimmung? Als jemand, der nicht dabei war – hohe Zinsen, hoher Swap: Wie sehen die Banken, wie sieht eine ISB, eine Sparda das? Wie sind die Branchen-Vibes?

Elisabeth: Grundsätzlich kriege ich schon mit, dass die ganzen Großen ein bisschen weniger zu tun haben, was aber auch einfach daran liegt, dass die …

Marco: Mit den Großen meinst du jetzt die Interhyps und Baufi24s dieser Welt.

Elisabeth: Exakt. Die sind aber auch einfach Standardgeschäft, oberflächlicher und deswegen nicht so in dieser Tiefe drin. Wenn man da mal rumfragen würde, wer die Förderung kennt, die wir heute besprochen haben, würde es wahrscheinlich ganz schnell ganz dünn werden. Und deswegen sind das natürlich die Ersten, die es merken, wenn der Markt hochgeht. Tatsächlich ist es aber so, dass der Baufinanzierungsmarkt so riesig ist, dass die, die mit Qualität unterwegs sind, jetzt auch keinen großen Einbruch spüren.

„Tatsächlich ist es aber so, dass der Baufinanzierungsmarkt so riesig ist, dass die, die mit Qualität unterwegs sind, jetzt auch keinen großen Einbruch spüren.“

Elisabeth: Und auch eine Sparda Südwest ist wirklich ein sehr guter Partner im Markt. Was genau diesen 80- bis 100-Prozent-Bereich angeht, fühlen die sich sehr wohl. Es ist auch eine Bank, die wirklich mal um die Ecke denkt, wo noch Menschen Entscheidungen treffen. Das ist ein regionaler Partner, die werden immer Arbeit haben. Es ist eher so, dass die sich manchmal selbst im Weg stehen, wenn die Bearbeitungszeiten zu lang werden. Aber das sind eher interne Themen.

Marco: Da hilft dann so eine Zinsphase im Zweifel, um mal wieder ein bisschen runterzukommen.

Elisabeth: Das stimmt allerdings. Grundsätzlich ist es einfach ein bisschen schwieriger geworden, man muss wirklich genau hinschauen. Und es ist auch nicht jeder Fall direkt umsetzbar. Ich habe jetzt auch wieder öfter Gespräche geführt, in denen ich Menschen gegen eine Immobilie beraten habe, weil es von der Rate einfach zu viel war. Diese 0,7 Prozent, die die letzten zwei, drei Wochen im Markt gesteckt haben, die merkt man einfach. Ganz klar.

Marco: Wenn du sagst, 0,7 Prozent, die im Markt stecken – was meinst du damit genau?

Elisabeth: Die Zinsentwicklung, seitdem der Iran-Krieg angefangen hat. Die Erhöhung bei der Zinsentwicklung.

Marco: Klingt also am Ende des Tages so, wie man es vielleicht auch vermuten würde: Es gibt eine Unsicherheit, und da, wo Masse entscheidet, fehlt aufgrund der Unsicherheit ein Stück weit Masse. Hast du noch Punkte oder Anmerkungen zu heute?

Abschluss

Elisabeth: Wir sind sehr gut durchgekommen.

Marco: Finde ich auch. Heute eine etwas kürzere Folge im Vergleich zu den letzten Wochen. War bewusst so angelegt, um einmal das ISB-Universaldarlehen vorzustellen. Wie Eli schon gesagt hat: Den Link packen wir in die Shownotes für alle, die nachlesen wollen, genauso wie den zu unserer Folge zur Wohnraumförderung der ISB. Und ansonsten: Vielen Dank fürs Zuhören mal wieder, und bis bald. Macht’s gut und bleibt gesund.

Elisabeth: Ciao, ciao.

FAQ

Grundsätzlich für alle, die in Rheinland-Pfalz eine selbstgenutzte Immobilie finanzieren – unabhängig von Einkommen und Wohnungs- oder Hausgröße. Kapitalanleger können es nicht nutzen.

Laut Folge bis zu 250.000 Euro. Der Höchstbetrag wurde angehoben; vorher lag er bei 100.000 Euro.

Laut Folge 5 Prozent bei 20 Jahren Zinsbindung. Am Tag der Vorstellung wurde der Zins von 4,90 auf 5 Prozent angepasst – man sollte also prüfen, wo er aktuell steht.

Ein Darlehen, das im Grundbuch an die zweite Stelle kommt. Es ist kein Eigenkapital, wirkt gegenüber der Bank aber so – Elisabeth nennt es ein Eigenkapitalersatzdarlehen.

Weil die Bank dann einen kleineren Anteil finanziert und bessere Konditionen geben kann, etwa die 80- statt der 100-Prozent-Stufe. Entscheidend ist der Mischzins aus beiden Darlehen, nicht der ISB-Zins allein.

Laut Elisabeth vor allem für Familien, die wegen eines größeren Hauses oder knapp überschrittener Einkommensgrenzen das geförderte Darlehen nicht bekommen, und für wohlhabende Kunden, die ihr angelegtes Vermögen nicht auflösen wollen. Am ehesten sinnvoll ist es im Bereich 80 oder eher 90 bis 100 Prozent Finanzierung.

Wenn man Nebenkosten plus 20 Prozent aus vorhandenem Guthaben einbringen kann. Dann ist der Bankzins bereits gut genug, und das Universaldarlehen würde die Finanzierung nur verteuern.

Nein. Weil es teuer ist, sollte man nur so viel nehmen wie nötig – etwa so viel, dass die Bank exakt 80 Prozent finanziert.

Komplett digital, ohne Prüfungspunkte und direkt bei der ISB statt über die Förderstelle. Entschieden wird laut Folge innerhalb von einer, maximal zwei Wochen.

Für junge Antragsteller 1,55 Prozent. Für Antragsteller über 70 sind drei oder vier Prozent vorgesehen; diese Regel wird bei der ISB noch geprüft, weil die Laufzeit dann kürzer wäre als die Zinsbindung.

Das geförderte Darlehen liegt bei 3,8 Prozent und ist damit günstiger, hat aber Einkommensgrenzen und wurde von der ISB selbst als komplex beschrieben. Das Universaldarlehen hat keine solchen Grenzen, ist aber teurer. Details stehen in der verlinkten früheren Folge.

Über die Autoren

Elisabeth Beck geb. Dick ist Gründerin und Geschäftsführerin von bauffy. Sie begleitet Privat- und Firmenkunden in komplexen Finanzierungsfragen und entwickelt Lösungen, die strukturiert, langfristig tragfähig und auf die individuelle Situation abgestimmt sind. Ihr Hintergrund in Finanzdienstleistungen und Wirtschaftsrecht prägt ihren analytischen Blick auf Finanzierung als Teil einer übergeordneten Vermögens- und Lebensplanung.

Marco Beck ist Host des bauffy Podcasts. Er bringt seine Erfahrung aus der Entwicklung und Vermarktung komplexer Geschäftsmodelle ein und führt durch die Gespräche mit einem klaren Blick für Struktur und Entscheidungslogik. So werden auch anspruchsvolle Finanzierungsthemen verständlich eingeordnet und für fundierte Entscheidungen nutzbar.

Gern prüfen wir gemeinsam, wie sich die Inhalte dieser Folge auf Ihre persönliche Situation übertragen lassen.

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