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- Warum diese Folge wichtig istWer eine Baufinanzierung strukturieren will, geht meist mit einer einzigen Frage ins Erstgespräch: Welchen Zins bekomme ich? Genau das führt in der Praxis oft in die Irre. Wer sich nur an der Zinszahl orientiert, übersieht die Finanzierungsstruktur, die überhaupt erst zum Zinssatz führt – und läuft Gefahr, an einen Vermittler zu geraten, der produktzentriert und nicht projektbegleitend arbeitet. Diese Folge zeigt aus Käuferperspektive, woran sich Qualität im Erstgespräch erkennen lässt. „Am Ende des Tages möchte man eine Immobilie und keine Finanzierung.“Fehler 1 – Fokus nur auf den Zins: Warum die Finanzierungsstruktur wichtiger ist als die reine Zinszahl. Zins-Range abfragen: Wieso ein guter Vermittler spontan eine Range in Abhängigkeit vom Beleihungsauslauf nennen kann. Fehler 2 – Unvollständige Selbstauskunft: Warum verschwiegenes Vermögen dem Kunden selbst schadet. Transparenz und Commitment: Warum man Anfragen im Blick behalten und sich nach dem Erstgespräch auf einen Vermittler festlegen sollte. Fehler 3 – Die ausgeblendete Immobilie: Warum die Provisionslogik zum schnellen Abschluss verleitet und wie viel Zeit die Immobilie verdient. Produktverkäufer vs. Projektbegleiter: Warum Transparenz bei der Provision ein Vertrauens- und Qualitätssignal ist.Fehler 1: Fokus nur auf den Zins Marco: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge beim bauffy Podcast. Mein Name ist Marco und heute sprechen wir über die drei häufigsten Fehler beim Erstgespräch mit Vermittlern aus der Kundenperspektive. […] Rein mit dem ersten Punkt. Wenn man in so ein Erstgespräch geht, will man verständlicherweise wissen: Welchen Zins bekomme ich? Aber ist das nicht schon der erste Fehler? Elisabeth: Ja, es ist ein Stück weit der falsche Fokus. Am Ende kommt es auch darauf an, wo ich mich gerade im Kaufprozess befinde. Komplett fehl am Platz finde ich es, über den genauen Zins zu sprechen, wenn ich in einem KKO bin, also noch kein konkretes Objekt habe. Da ist es viel wichtiger, darüber zu sprechen, welches Budget ich habe und was ich mir leisten kann. Wenn ich dann eine konkrete Immobilie habe, bei der auch der Kaufpreis verhandelt ist, dann ist im Erstgespräch wichtig, dass ich alle Investitionen geplant habe, die in den nächsten Jahren anstehen. Sind die mit in die Finanzierung reinstrukturiert? Habe ich auf Besonderheiten geachtet? Habe ich die Finanzierungsstruktur so angepasst, dass ich den bestmöglichen Zinssatz bekommen kann? Wenn euch ein Vermittler sofort einen Zinssatz rüberruft — im schlimmsten Fall die erstbeste Bank ganz oben —, dann könnt ihr euch sicher sein, dass er seine Zinssätze nicht persönlich mit den Banken bespricht, sondern nur nach Plattform, nach System arbeitet. Wenn er sehr schnell bei dieser Übersicht ist, keine Rückfragen kommen und sofort ein Zinssatz rausgehauen wird, ist das kein Qualitätsmerkmal. Deswegen sollte man das nicht aktiv befeuern, sondern schauen: Wie baut er das Gespräch auf, was ist ihm wichtig, wie lange hält er sich an der Immobilie auf? Marco: Ja, Thema Immobilie — dazu kommen wir gleich nochmal. Der einleitende Satz war bewusst provokativ gewählt. Letztlich will man natürlich wissen, zumindest in welcher Gegend man liegt, und das ist mehr als valide. Die Quintessenz ist, sich nicht ausschließlich auf den Zinssatz zu fokussieren, sondern auf die Finanzierungsstruktur, die dann zum Zinssatz führt. Elisabeth: Genau. Ich habe jetzt viele Gespräche: Wenn jemand vor drei Wochen ein Angebot gelegt bekommen hat, bin ich jetzt einfach teurer, weil wir gerade 0,25 im Zins hochgegangen sind. Da kann ich per se nichts dafür, das ist einfach die Zinsentwicklung. Wenn Menschen mich dann erst jetzt kennenlernen, ist das total normal, und dann muss auch eine gewisse Erklärung geliefert werden: Wo ist der Unterschied? Marco: Alright, hast du da noch praktische Tipps für Kunden? Elisabeth: Lasst euch eine Range geben. Das ist auch ein Qualitätsmerkmal, für euren Auslauf, das heißt die Darlehenssumme im Verhältnis zum Kaufpreis und den Modernisierungen. Da haben wir unsere 60, 70, 80, 90, 100 Prozent, und da sollte euer Vermittler euch schon eine gewisse Range nennen können. Denn wenn man das tagtäglich macht, dann hat man das. Wenn da nichts kommt, würde ich schon ein Fragezeichen dahintersetzen. Fehler 2: Unvollständige Selbstauskunft Marco: Würdest du mit der Aussage mitgehen: Fehler Nummer eins ist, sich ausschließlich auf die Zinszahl zu fokussieren und nicht auf die Finanzierungsstruktur, die dann die Zinsrange ergibt? Dann lass uns zum zweiten häufigen Fehler übergehen. Als kurzer Hinweis für alle, die es interessiert: Wir hatten eine vollumfängliche Folge zum Thema Erstgespräch gemacht, die deutlich länger ist als das, was wir heute tun, und aus der die Fehler dann entstanden sind. Punkt Nummer zwei ist die unvollständige Selbstauskunft bzw. die mangelnde Offenheit dem Vermittler gegenüber. Warum ist das ein Problem? Elisabeth: Das kann man in zwei Sachen aufteilen. Die unvollständige Selbstauskunft hat meist den Hintergrund, dass Kunden nicht ihr komplettes Vermögen offenlegen wollen — beispielsweise Aktiendepots oder Immobilien, die in der Familie sind — aus verständlicher Angst, dass die Bank hingeht und sagt: „Das wollen wir aber jetzt haben.“ Und das kann bei manchen Banken tatsächlich sein: dass, wenn gewisses Vermögen nachgewiesen wird, eine sehr enge Entscheidung positiv votiert wird. Oder man kann eine Finanzierungsstruktur mit diesen Infos bilden, die zu einem besseren Zinssatz führt — Thema Zusatzsicherheit, Thema Eigenkapital. Oder wir sagen: Wir zeigen Eigenkapital, verwenden es aber nicht, und bekommen dadurch eine Sonderkondition, die vorher nicht möglich gewesen wäre. Das sind alles Punkte, wo es extrem wichtig ist, dass man — wenn das Vertrauensverhältnis da ist — auch die Hosen runterlässt. Denn je mehr Infos ich als Berater habe, desto bessere Qualität kann ich liefern. „Je mehr Infos ich als Berater habe, desto bessere Qualität kann ich am Ende des Tages liefern.“ Transparenz und Commitment Elisabeth: Die zweite Ebene hatte ich jetzt wieder mit einigen Kunden. Wenn Kunden mit Vermittler 1 ins Rennen gegangen sind und es dort nicht gut gelaufen ist, und schon Vorfragen an Banken gestellt wurden — mit unvollständigen Infos, weil der Vermittler schlampig gearbeitet hat —, dann macht es das extrem schwer für mich, wenn ich die auf den Tisch bekomme. Denn wenn ein erster Eindruck bei einer Bank entstanden ist, ist es schwierig, das wieder umzukehren. Deswegen ist wichtig, dass ihr Überblick und Transparenz behaltet: Wo werden Anfragen gestellt, und was habe ich zugesagt? Wirklich schon Einreichungen — so nennen wir das im Fachjargon —, da brauche ich normalerweise die Unterschrift vom Kunden, dass er mir die Schufa unterschreibt, weil da wirklich eine Bank arbeitet und prüfungsrelevante Unterlagen bekommt. Deswegen: Seid vorsichtig mit dem Einreichen der Unterlagen oder mit dem Unterschreiben, wenn ihr noch keine verbindlichen Angebote auf dem Tisch habt. Die Unterschrift sollte immer erst folgen, wenn das Angebot da ist. Der dritte Faktor ist die qualitative Arbeit von mir als Vermittler. Wenn ich mit drei, vier anderen Vermittlern im Rennen bin und das Becken bei den Bankpartnern übersichtlich ist — es sind keine 400 Bankpartner, sondern ausgewählte, wegen Regionalitätsprinzip; man kann das auf vielleicht 20 Banken zusammenstutzen —, dann ist es so: Wenn drei Vermittler denselben Bankpartner anschreiben, im schlimmsten Fall mit unterschiedlichen Infos, zeugt das nicht von Qualität. Das kann schnell zu einer Nichtvergabe von Sonderkonditionen führen oder zu einer Ablehnung, wenn es ein enger Fall ist, der falsch vorgestellt wurde. Deswegen ist wichtig, dass man sich nach dem Erstgespräch für einen Vermittler committet. Einen Zins rauszuwerfen ist einfach; aber wirklich die Immobilie zu verstehen, das Projekt zu verstehen — da liegt die Qualität. Was nicht funktioniert — auch wenn es toll klingt —: „Ich nehme fünf, und die stechen sich gegenseitig aus.“ Da wird die Qualität leiden. „Ich nehme fünf, und die werden sich dann gegenseitig ausstechen – da wird die Qualität leiden.“ Marco: Genau. Um das zusammenzufassen: Wir sprechen hier über das Erstgespräch, und auf jeden Fall mehrere Erstgespräche führen, um zu filtern, welcher Berater am besten zu mir passt. Fehler zwei nochmal kurz zusammengefasst — die unvollständige Selbstauskunft und mangelnde Offenheit —: Das ist schlicht notwendig, um wirklich helfen und beraten zu können. Wenn Infos nicht oder falsch zur Verfügung gestellt werden, ist das vergleichbar mit einem Anwalt, der nicht alle Informationen hat — dann kann auch der nicht helfen. Fehler 3: Die ausgeblendete Immobilie Marco: Dann lass uns zum dritten Fehler gehen: dass man die Immobilie nicht entsprechend prüft und beleuchtet, oder dass sie im Erstgespräch gar nicht zur Sprache kommt. Das war für mich der Punkt aus unserer ersten Folge, den ich sehr wichtig fand. Und dass man am Ende eine Immobilie möchte und keine Finanzierung — hast du, glaube ich, so schön gesagt. Warum ist es ein Fehler, wenn man das im Erstgespräch nicht thematisiert, und warum kommt das überhaupt vor? Elisabeth: Das Problem ist, dass wir Vermittler provisionsbasiert bezahlt werden. Ich bekomme von der Bank eine Provision, wenn der Darlehensvertrag unterschrieben ist. Das lädt Kollegen links und rechts dazu ein, sehr produktzentriert zu denken: „Mein Ziel ist kurzfristig, dass mein Gegenüber so schnell wie möglich einen Darlehensvertrag bekommt, und solange die Bank Ja sagt, ist es okay.“ Wenn ein Gespräch sehr schnell darin mündet — „Hier ist die Selbstauskunft mit eurem Eigenkapitaleinsatz, der Bankpartner …“ — und nicht mal gefragt wird, was eure Wunschrate ist, sondern nur „Die Haushaltsrechnung ist positiv, Bank ABC macht das perfekt, wann kann der Notartermin stattfinden?“, dann schrillen ganz viele Alarmglocken. Ich habe schon Beratungen übernehmen müssen, wo die Rate, die der Bankpartner bereit war zu machen, deutlich über 35 bis 40 Prozent lag. Marco: Was ist da eine gesunde Range? Elisabeth: 30 bis 35 Prozent max. Das ist eine gesunde Range. Und dann muss man — es sind immer Einzelfallentscheidungen — schauen: Wie ist die Entwicklung vom Gehalt, wie viele Gehälter haben wir aktuell, auf die wir rechnen, Thema Elternzeit. Das sind Punkte: Wenn euch euer Berater nicht nach eurer Wunschrate fragt und einordnet, ob sie zu euch passt, erste Red Flag. Da ganz doll aufhorchen, weil ihr dann wisst: Der hat nicht eure Zukunft im Blick, sondern nur den schnellen Abschluss. „Wenn euch euer Berater nicht nach eurer Wunschrate fragt und einordnet, ob die Wunschrate zu euch passt, erste Red Flag.“ Elisabeth: Der zweite Punkt ist, dass man sich null für die Immobilie interessiert. Manche denken, die Bank prüft, ob die Immobilie Sanierungsstau hat. Aber am Ende kann da schon einiger Instandhaltungs- und Sanierungsstau bestehen, und eine Bank würde es trotzdem finanzieren, je nach Eigenkapitaleinsatz. Aber ich greife viel früher ein und sage: Leute, ihr müsst in zehn Jahren vielleicht die Fenster machen, die Dämmung — das sind Kosten. Wie wollt ihr die bezahlen, wenn keine Rücklagen da sind? Das merkt man, wenn ein Vermittler sich lange mit der Immobilie beschäftigt. Ein Beispiel: Wenn ich 60 Minuten Beratung habe, geht es bei mir die erste halbe Stunde fast nur um die Selbstauskunft — ist alles aktuell, haben wir alles gut reingegeben? Und dann geht es fast 30 Minuten nur um die Immobilie: Wie sind die Bilder, haben wir vielleicht schon einen Gutachter drin, was haben wir an Sanierungsstau, wo ist der Kaufpreis, passt der zum Quadratmeterpreis, wo ist der Bodenrichtwert des Grundstücks? Da geht es so lange um die Immobilie, und erst dann, im zweiten Teil, kommen wir überhaupt dazu, wie eine Finanzierungsstruktur aussieht. Ich habe andere Beratungen erlebt, wo es gefühlt nach zehn Minuten, sobald die Selbstauskunft vervollständigt war, sofort um die Finanzierung ging. Da unterscheidet sich der Projektbegleiter vom Produktverkäufer. Oder ein Pärchen, das ich diese Woche in der Beratung hatte: Der Vermittler hat fachlich nichts falsch gemacht, gute Bank, guter Zinssatz — nur hat er den Prozess links und rechts komplett ignoriert. Der Makler hatte noch keine Reservierung gegeben, die Kunden hatten die ganze Zeit Angst, die Immobilie zu verlieren, weil der Bearbeitungsprozess bei Bank A so lange dauert. Auch das musst du als Vermittler leisten: Du bist nicht nur für die Finanzierung zuständig, sondern Bindeglied für Notar und Makler, für den kompletten Prozess. „Du bist nicht nur für die Finanzierung zuständig, sondern du bist Bindeglied für Notar und Makler, für den kompletten Prozess.“ Marco: Der entscheidende Fakt ist, aus Käuferbrille gesprochen: Wenn im Erstgespräch das Thema Immobilie nicht besprochen wird oder nur kurz darüber hinweggegangen wird, dann ist das ein Anker dafür, wie der Prozess zu den Maklern und weiteren Stakeholdern laufen wird. Produktverkäufer vs. Projektbegleiter Elisabeth: Man kann noch eine andere Sichtweise reinbringen: Man muss sich im Klaren sein, was man am Ende möchte. Wenn man einen reinen Produktverkäufer haben möchte, muss man sich im Klaren sein, dass man die Punkte rund um die Immobilie anderweitig abdecken muss. Auch das ist fein, aber dann darf man keine Erwartungshaltung an mein Gegenüber haben. Jetzt ein System bedienen und die erstbeste Bank oben nehmen — wenn das das Einzige ist, was ich mache, also ein Produkt verkaufen, dann müsste man mit absoluter Mindestprovision drangehen. Und die Vermittler, die so beraten, gehen eher mit mehr Provision als mit zu wenig dran. Da steht es nicht im Verhältnis. Da muss man für sich die Maßgabe finden: Wenn von einer Stunde Gespräch nicht mindestens die Hälfte auf die Immobilie verwendet wird, dann ist etwas falsch gelaufen. Und wenn der Bildschirm nicht geteilt wird oder man keinen Eindruck bekommt, mit welcher Provision derjenige drangegangen ist — wenn er das nicht offen teilen möchte … bei mir sieht man das immer ganz offen, ich verstecke da nichts —, dann weiß ich: Da hat jemand etwas zu verstecken, oder da arbeitet jemand nicht transparent. Marco: Ja, ansonsten auch gerne mal fragen, was der Provisionssatz ist, mit dem man rangeht. Und wenn man dann die Antwort „2 Prozent“ für einen halbstündigen Call, rein raus, bekommt, dann muss man sich überlegen, ob das passt. Abschluss Marco: Gut, ich würde sagen, die drei Fehler haben wir durch. Fällt dir sonst noch etwas dazu ein, was du loswerden möchtest? Elisabeth: Haben wir gut zusammengefasst. Marco: Dann würde ich sagen: Haken dran. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis nächste Woche, bis bald und macht’s gut. Elisabeth: Alles Gute. Ciao, ciao.Die zentralen ErkenntnisseStruktur vor Zinszahl: Die reine Zinszahl ist der falsche primäre Fokus. Entscheidend ist die Finanzierungsstruktur, die erst zum Zinssatz führt. Solange kein konkretes Objekt vorliegt (KKO), zählen Budget und Leistbarkeit. Sofort-Zins ohne Rückfragen ist kein Qualitätsmerkmal: Wer sofort und ohne Rückfragen einen Zins nennt, arbeitet nach Plattform und System – nicht in persönlicher Abstimmung mit den Banken. Besser beobachten, wie das Gespräch aufgebaut wird. Range als Routine-Nachweis: Ein guter Vermittler kann spontan eine Zins-Range in Abhängigkeit vom Beleihungsauslauf (60/70/80/90/100%) nennen. Offenheit zahlt sich aus: Wer aus Angst vor Bankforderungen Vermögen verschweigt, verschenkt Optionen – bessere Strukturen, Sonderkonditionen über Zusatzsicherheiten und positive Votierungen enger Fälle. Mehr Informationen bedeuten bessere Beratungsqualität. Transparenz und Commitment gehören zusammen: Kunden sollten den Überblick behalten, wo Anfragen gestellt wurden, und erst bei verbindlichen Angeboten unterschreiben. Mehrere Vermittler parallel auf denselben regional begrenzten Bankpartnerkreis anzusetzen schadet der Qualität. Provisionslogik erzeugt Anreize: Vermittler werden bei unterschriebenem Darlehensvertrag von der Bank bezahlt – das setzt einen strukturellen Anreiz zum schnellen Abschluss. Ein guter Berater fragt nach der Wunschrate und ordnet sie ein (gesunde Range: 30–35 % max). Die Immobilie braucht Zeit: Wird die Immobilie im Erstgespräch ausgeblendet, ist das ein Frühindikator für den weiteren Prozess und Produktvertrieb anstatt Projektbegleitung.LinksDeep Dive Folge zum Thema "Erstberatung" | https://bauffy.de/episode/erstberatung-baufinanzierung/ Deep Dive Folge zum Thema "Was kann ich mir leisten?" | https://bauffy.de/episode/was-kann-ich-mir-fuer-eine-immobilie-leisten/Sollte ich im Erstgespräch nach dem konkreten Zinssatz fragen? | Zu wissen, in welcher Größenordnung man liegt, ist valide. Der Fehler ist, sich ausschließlich auf die reine Zinszahl zu fokussieren statt auf die Finanzierungsstruktur, die zum Zinssatz führt. Solange noch kein konkretes Objekt vorliegt, sind Budget und Leistbarkeit wichtiger als der genaue Zins. Woran erkenne ich, dass ein Vermittler nur nach Plattform bzw. System arbeitet? | Wenn sehr schnell nur nach dem einzusetzenden Kapital gefragt wird, keine Rückfragen kommen und sofort ein Zinssatz genannt wird – im Zweifel die erstbeste Bank ganz oben in der Übersicht. Das deutet darauf hin, dass die Konditionen nicht persönlich mit den Banken besprochen wurden. Was bringt es, sich eine Zins-Range geben zu lassen? | Ein Vermittler, der sein Handwerk täglich macht, kann spontan eine Range in Abhängigkeit vom Beleihungsauslauf (60/70/80/90/100 %) nennen. Kann er das nicht, ist das ein Warnsignal für fehlende Routine. Warum sollte ich meinem Vermittler mein komplettes Vermögen offenlegen, auch wenn ich Angst vor Bankforderungen habe? | Weil mehr Informationen bessere Beratungsqualität ermöglichen: bessere Finanzierungsstrukturen, Sonderkonditionen über Zusatzsicherheiten und die positive Votierung enger Fälle. In manchen Konstellationen kann Eigenkapital gezeigt, aber nicht eingesetzt werden, um eine bessere Kondition zu erhalten. Voraussetzung ist ein Vertrauensverhältnis zum Vermittler. Darf ich mit mehreren Vermittlern gleichzeitig arbeiten? | Mehrere Erstgespräche zu führen wird empfohlen, um den passenden Berater zu filtern. Danach sollte man sich jedoch auf einen Vermittler festlegen. Mehrere Vermittler parallel auf denselben, regional begrenzten Bankpartnerkreis anzusetzen kann Sonderkonditionen kosten oder zu Ablehnungen führen, weil Banken mehrfach – womöglich mit unterschiedlichen Infos – angeschrieben werden. Was ist eine gesunde Rate im Verhältnis zum Einkommen? | Als Orientierung nennt die Folge 30 bis 35 Prozent maximal. Es sind aber immer Einzelfallentscheidungen, die u. a. die Gehaltsentwicklung, die Anzahl der Gehälter und Themen wie Elternzeit berücksichtigen. Wie viel Zeit sollte im Erstgespräch auf die Immobilie entfallen? | Als Orientierung nennt die Folge: Bei einem 60-Minuten-Gespräch sollte mindestens die Hälfte der Immobilie gelten. Im Beispiel sind es ca. 30 Minuten Selbstauskunft und ca. 30 Minuten Immobilie, bevor überhaupt die Finanzierungsstruktur besprochen wird. Wird die Immobilie ausgeblendet, ist das ein Warnzeichen für den weiteren Prozessverlauf. Warum verleitet die Provisionslogik zum schnellen Abschluss? | Vermittler werden von der Bank bezahlt, wenn der Darlehensvertrag unterschrieben ist. Das kann dazu verleiten, produktzentriert zu denken und auf einen schnellen Abschluss hinzuarbeiten, statt langfristig und nachhaltig zu beraten. Kann ich auch einfach einen reinen Produktverkäufer beauftragen? | Ja, das ist legitim. Dann muss man aber die Themen rund um die Immobilie selbst oder anderweitig abdecken und darf keine begleitende Erwartungshaltung haben. In diesem Fall sollte die Leistung mit einer entsprechend niedrigen Mindestprovision vergütet werden.
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